Milliardär in einem Jahr: Aktien-Rally macht indischen Unternehmer superreich

Milliardär in einem Jahr: Aktien-Rally macht indischen Unternehmer superreich

Im Bloomberg "Billionaires Index", der monatlich erstellt wird, gibt es einen überraschenden Neuzugang. Eine Aktien-Rally auf das indische Pharmaunternehmen Aurobindo Pharma Ltd hat das Vermögen des Mitbegründers Ramaprasad Reddy binnen eines Jahres vervielfacht.

Zwischen Ende Mai 2013 und Ende Mai 2014 legte die Aktie von Aurobindo Pharma Ltd (ISIN INE406A01037) um rund 266 Prozent zu. Am Mittwoch Vormittag notierte sie im indischen Handel auf einem neuen Allzeithoch bei 652,45 Rupien.

Ramaprasad Reddy, der Mitbegründer des Unternehmens und seine Frau, Suneela Rani, die in etwa 38 Prozent an Aurobindo Pharma kontrollieren, sind damit binnen eines Jahres zu Dollar-Milliardären geworden. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die Bombay Stock Exchange hervorgeht kommt ihr Anteil an dem indischen Pharma-Unternehmen aktuell einem Gegenwert von mehr als einer Milliarde Dollar gleich. Dabei wurden zur Sicherheit hinterlegte Aktien bereits herausgerechnet.

Neues Antidepressiv-Generika

Ausgelöst wurde die Rally auf das Papier des indischen Pharma-Unternehmens einerseits durch die Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde, die Generika-Version des Unternehmens für das Antidepressivum Cymbalta freizugeben. Hinzu kommt die Übernahme der gewerblichen Aktivitäten von Actavis Plc in sieben europäischen Ländern im Jahr 2014. Das gibt der Firma Größe und Zugang zu anderen Märkten, sagte Analyst Ranjit Kapadia von Centrum Broking Pvt. Sein Haus empfiehlt die Aktie des Unternehmens zum Kauf.


Bild: © Reuters Finance

Tathagato Roychoudhury, der den Bereich Investor Relations bei dem Pharmaunternehmen aus dem südindischen Hyderabad leitet, bestätigt, dass Reddy auf Grundlage seiner eigenen Aktien und denen seiner Frau Milliardär ist. Zu weiteren Details könne er jedoch keine Angaben machen, da er grundsätzlich nur für das Unternehmen an sich spreche.

Der Pflichtmitteilung vom 26. Mai zufolge besitzt Reddy 6,7 Prozent der Aktien. Seine Ehefrau habe 31,2 Prozent, hieß es. Reddy gab 60 Millionen Titel - die einem Anteil von 20,6 Prozent entsprechen - im Jahr 2012 an seine Ehefrau, zeigen andere Pflichtmitteilungen von damals.

Langgedienter Pharma-Manager

Der inzwischen 55-Jährige hatte Management-Positionen bei verschiedenen Pharmaunternehmen bekleidet - bevor er 1986 Aurobindo Pharma gemeinsam mit K. Nityananda Reddy und einer Gruppe gründete, geht aus der Webseite des Unternehmens hervor. Den Angaben zufolge wurde der Betrieb rund zwei Jahre später aufgenommen. Los ging es mit einem Werk, das für die Produktion von halbsynthetischem Penicillin vorgesehen war.

Im Jahr 1995 wagte Aurobindo Pharma den Gang an die Börse in Indien. In der Folgezeit weitet das Unternehmen das Spektrum an Medikamenten aus - etwa im Bereich kardiovaskuläre Präparate. Es drang zudem in dem Bereich der Spezial-Pharmaka vor, die meist höhere Margen versprechen.

70 Prozent Exportanteil

Heute kommen mehr als 70 Prozent der Umsätze von Aurobindo Pharma nach eigenen Angaben aus den Geschäften im Ausland. Das Unternehmen exportiere seine Produkte in mehr als 125 Länder, wie es weiter hieß.

Dabei hat Aurobindo Pharma offenbar einen entscheidenden Vorteil: Die Produktionskosten für indische Pharmaunternehmen sind bis zu 65 Prozent niedriger als die der Konkurrenten in den USA und nur etwa halb so hoch wie die der Wettbewerber in Europa, steht im jüngsten Jahresbericht.

“Technologisch sind sie hochgradig kompetent. Daher können sie all die komplexen Moleküle herstellen”, sagte Kapadia, der Analyst von Centrum Broking. “Sie sind auch sehr effizient bei der Vermarktung ihrer Produkte sowohl in den USA als auch in europäischen Ländern.”

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