Microsoft: Liste für Ballmer-Nachfolger auf fünf Namen gekürzt

Microsoft: Liste für Ballmer-Nachfolger auf fünf Namen gekürzt

Der US-Softwareriese strich die Liste von anfangs rund 40 Namen auf nur noch fünf externe Anwärter zusammen. Darunter seien Ford-Chef Alan Mulally und Ex-Nokia-Chef Stephen Elop.

Zudem stünden noch mindestens drei interne Kandidaten auf dem Zettel. Dazu gehörten der frühere Skype-Chef Tony Bates, der nach der Übernahme des Internet-Telefondienstes vor zwei Jahren bei Microsoft inzwischen für die strategische Ausrichtung zuständig ist, und die Leiterin des Geschäfts mit Firmenkunden und Cloud Computing, Satya Nadella.

Trotz der Reduzierung auf eine überschaubare Zahl könne es bis zu einer Entscheidung noch Monate dauern, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Das mit der Suche beauftragte Sondergremium lote die Eignung von Spitzenmanagern aus den verschiedensten Branchen aus. Ballmer hatte im August überraschend angekündigt, binnen zwölf Monaten abzutreten.

Gesucht: Ein Experte für Kurswechsel und Neuausrichtungen

Gesucht wird ein ausgewiesener Experte für den Umbau von Konzernen. Microsoft ist zwar immer noch sehr profitabel. Allein im Sommer-Quartal fiel ein Gewinn von 5,2 Milliarden Dollar und einen Rekordumsatz von 18,5 Milliarden an. Doch durch die Smartphone- und Tablet-Revolution schwindet Microsofts Vormachtstellung. Kritiker werfen Ballmer vor, in seinen 13 Jahren an der Spitze den Wandel zu mobilen Geräten zu spät erkannt zu haben.

Die im Juli von ihm ausgerufene Neuausrichtung soll nun aber die Wende bringen und den Konzern unabhängiger vom weltweit schwächelnden PC-Geschäft machen. Microsoft will Marktführer für mobile Geräte und die rentableren IT-Dienstleistungen werden. Ein erster Schritt dazu soll die Übernahme des finnischen Handy-Pioniers Nokia sein. Microsoft lässt sich den Kauf des kriselnden Ex-Weltmarktführer 5,4 Milliarden Euro kosten und will damit Anschluss an die Smartphone-Giganten Apple und Samsung sowie Google mit dessen dominanten Betriebssystem Android finden. Elop, der vor seinem Posten bei Nokia die Geschäftskundensparte von Microsoft leitete, gilt daher schon seit längerem als ein heißer Kandidat für die Ballmer-Nachfolge.

Mulally soll Ford eigentlich noch bis Ende 2014 steuern

Eine radikalere Lösung wäre Mulally, der aus einer völlig anderen Branche käme. Der 68-Jährige hat sich als Sanierer bei Ford einen Namen gemacht und das Traditionsunternehmen 2009 - im Gegensatz zu dem Erzrivalen General Motors - ohne Staatshilfen durch die Autokrise in den USA gesteuert. Mulallay steht zwar noch bis Ende 2014 bei Ford unter Vertrag. Insidern zufolge ist er aber dafür offen, bei einem guten Angebot zu einem anderen Unternehmen zu wechseln. Ford bezeichnete dies als Spekulation und wollte sich ebenso wenig weiter äußern wie Microsoft.

Einigen Investoren käme ein renommierter Quereinsteiger wie Mulally gerade recht. Denn die angekündigte Umstrukturierung konnte die Aktionäre bislang nicht überzeugen. Zuletzt wurden unter Investoren Forderungen laut, den einflussreichen Konzerngründer Bill Gates und Ballmer nicht mehr in den Verwaltungsrat zu wählen. Sie fürchten laut Insidern dass vor allem Gates stärkeren Veränderungen kritisch gegenübersteht und die Macht des neuen Chefs einschränken könnte.

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