Michael Dell muss sich auf Bieterkampf einstellen

Michael Dell muss sich auf Bieterkampf einstellen

Das Management des schwächelnden Weltmarktdritten lässt Kaufangebote der Beteiligungsgesellschaft Blackstone und des umtriebigen Investors Carl Icahn von einem eigenen Sonderausschuss prüfen. So solle geklärt werden, ob die beiden überraschenden Offerten das gemeinsame Angebot von Michael Dell und dem Finanzinvestor Silver Lake in Höhe von 24,4 Milliarden Dollar übertreffen, wie das US-Unternehmen am Montag mitteilte.

Sollte es zu einem Bieterrennen kommen, könnte sich die angesichts der schrumpfenden PC-Nachfrage drängende Entscheidung über den Umbau und die strategische Ausrichtung von Dell über Monate hinziehen. Die Dell-Aktie schoss im vorbörslichen Handel um 2,8 Prozent in die Höhe.

Auch die Zukunft von Michael Dell steht damit plötzlich wieder in den Sternen. Bislang plant dieser, den von ihm im Alter von 19 Jahren und mit einem Kapital von nur 1000 Dollar gegründeten einstigen Branchenprimus von der Börse zu nehmen und ohne den Druck des Finanzmarktes zu sanieren. Noch Anfang des Jahrtausends stand Dell für Innovation in der Computer-Branche. Mit seinem Online-Vertriebsmodell für maßgeschneiderte PCs, die dank enger Zusammenarbeit mit Zulieferern aus Asien zu Tiefstpreisen angeboten wurden, wurde das Unternehmen zu einem Vorreiter in diesem Bereich. Weil die das klassische PC-Geschäft in Zeiten des Tablet- und Smartphone-Booms aber immer stärker schrumpft, soll nun der Servicebereich gestärkt werden. Diesen Weg ist der ehemalige Rivale IBM noch entschlossener gegangen. IBM verkaufte das Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und mutierte zum IT-Dienstleistungsriesen.

Doch Michael Dells Übernahmevorhaben geriet unter Beschuss einflussreicher Großaktionäre wie Southeastern Asset Management und T. Rowe Price. Sie halten das Angebot für zu niedrig und haben andere Aktionäre zur Ablehnung aufgefordert. Dies rief auch Milliardär Icahn, der kürzlich in größerem Stil bei Dell eingestiegen ist, sowie Blackstone auf den Plan. Beide Investoren wollen einen Teil der Dell-Aktien an der Börse lassen.

Insidern zufolge aber will Blackstone nicht nur die Macht bei Dell übernehmen, sondern auch den Oracle -Präsidenten Mark Hurd an der Stelle von Michael Dell als neuen Chef installieren. Der 56-jährige Hurd war 2010 als Chef des Dell-Rivalen Hewlett-Packard zurückgetreten und gilt derzeit als potenzieller Nachfolger von Oracle-Chef Larry Ellison. Eine mit der Situation vertraute Person sagte allerdings, Hurd habe keine Absicht, Oracle zu verlassen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge