Metro schreibt wieder schwarze Zahlen

Metro schreibt wieder schwarze Zahlen

Trotz der anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern zeigte sich Metro-Konzernchef Olaf Koch daraufhin zuversichtlich, dass die Metro in ihrem bis September laufenden Rumpfgeschäftsjahr wie geplant leicht zulegen wird und danach profitabel weiter wachsen kann.

Auch wenn das zweite Quartal wie erwartet das "herausforderndste" in diesem Geschäftsjahr gewesen sei, so habe es doch eine "merklich stärkere Metro Group" gezeigt, bilanzierte Koch am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. An der Börse kam seine Zuversicht gut an. Die Metro-Aktien kletterten zwischenzeitlich um acht Prozent auf ein Jahreshoch von 28 Euro und führten damit die Gewinnerliste im MDax an.

Koch hat der Metro einen Kulturwandel verordnet und will den Konzern nach der Spar-Ära seines Vorgängers Eckhard Cordes auf Umsatz trimmen. Dies will er etwa durch eine Preis- und Internetoffensive bei der Elektroniktochter Media-Saturn, mehr Service im deutschen Großhandelsgeschäft und ein verändertes Sortiment beim Warenhauskonzern Kaufhof erreichen. Randaktivitäten gab Koch hingegen ab, verkaufte das Osteuropa-Geschäft der Supermarktkette Real und zog einen Schlussstrich unter die verlustreichen Expansionspläne der Elektronikkette Media-Saturn in China. All dies kostet aber auch Geld und hinterlässt seine Spuren in der Bilanz. 2012 überwogen noch die negativen Effekte, die die Metro so tief ins Minus rissen wie nie zuvor. Doch von April bis Juni dieses Jahres schaffte der Konzern nun auch netto die Trendwende.

Rezession und Umbau hinterlassen ihre Spuren

Dabei war das Marktumfeld nicht besonders günstig und die Rezession in Europa, unter der auch Konkurrenten wie Carrefour leiden, ging auch an der Metro nicht spurlos vorüber. Hinzu kamen das frühe Ostergeschäft und Einbußen durch die Einzelhandelsstreiks, die insbesondere die Supermarktkette Real betrafen. Nur in der Wachstumsregion Asien und Afrika konnte Metro zulegen. Insgesamt sank der Umsatz aber um 3,6 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Verkäufe gingen die Erlöse noch um 0,5 Prozent zurück.

Am Heimatmarkt verringerte sich der Umsatz um 2,4 Prozent. Federn ließen hier insbesondere die Großhandelsmärkte, für die Koch persönlich die Verantwortung übernommen hat und die 2013 in Deutschland die Trendwende schaffen sollen. Um die Metro-Keimzelle wieder nach vorn zu bringen, will Koch etwa das Non-Food-Sortiment verschlanken und das Angebot insgesamt besser auf die wichtigsten Kunden - Gastronomie und Handelstreibende wie Metzger oder Bäcker - zuschneiden. Erste "ermutigende Zeichen" machte Koch aus. Die Umsatzentwicklung sei im Juli seit Monaten erstmals wieder positiv gewesen. Trotz des "absolut herausfordernden Marktumfelds" in ganz Europa zeigte sich Koch auch zuversichtlich, bei Media Markt und Saturn mit Preissenkungen und dem Ausbau de Internetgeschäfts auf gutem Weg zu sein. Auch mit dem Kaufhof, der flächenbereinigt gewachsen sei und das Ebit gesteigert habe, zeigte er sich zufrieden.

Ingesamt fiel der Rückgang im operativen Geschäft auf 276 von 315 Millionen Euro vor Sonderfaktoren nicht so stark aus wie von Analysten erwartet. Negativ überraschte die Experten jedoch der operative Verlust bei Media-Saturn, der unter anderem wegen der Preiskampagne auf 94 von 59 Millionen Euro stieg.

Koch sieht die Metro aber insgesamt auf gutem Weg, profitabel zu wachsen. "Wir sollten in der Lage sein, 2013/2014 das operative Ergebnis zu steigern", sagte er. An der Prognose für das Rumpfgeschäftsjahr hielt er fest. Der Umsatz soll moderat wachsen. Dem operativen Ertrag vor Sonderfaktoren sollen Immobilien-Verkäufe auf die Sprünge helfen und ihn so über den Vorjahreswert von 706 Millionen Euro heben. Handelskonzerne fahren den Löwenanteil ihres Gewinns im vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ein. Dieses fällt bei der Metro dann in das neue Geschäftsjahr 2013/2014.

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