Metro: Krise in Südeuropa lässt Gewinn einbrechen

Metro: Krise in Südeuropa lässt Gewinn einbrechen

Der Handelsriese Metro muss nach seinem Abstieg aus dem DAX auch noch einen Gewinneinbruch verkraften.

Die Konsumschwäche in den Krisenländern Südeuropas macht dem Düsseldorfer Konzern zu schaffen. Vor allem bei den Großmärkten und Europas größter Elektrohandelskette Media-Saturn brachen die Erträge ein.

Metro-Chef Olaf Koch sprach von einer "herausfordernden konjunkturellen Lage". Bei einem leicht auf 15,9 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz schrumpfte der operative Gewinn (Ebit) im dritten Quartal deutlich auf 346 (Vorjahr: 563) Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Anteilen Dritter von 77 (190) Millionen Euro - im Vorjahr hatten noch umfangreiche Verkäufe von Immobilien den Gewinn in die Höhe getrieben. Die Ertragszahlen blieben damit unter den Erwartungen des Marktes. Von Reuters befragte Analysten hatten bei einem Umsatz von 15,9 Milliarden Euro ein Ebit von 423 Millionen Euro und einen Überschuss von 162 Millionen Euro erwartet.

Der seit Jahresbeginn amtierende Metro-Chef Koch hatte erst Anfang Oktober seine Gewinnziele für 2012 zusammenstreichen müssen. Koch rechnet im laufenden Geschäftsjahr nun noch mit einem operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von rund zwei Milliarden Euro - weniger als noch 2011. Koch will mit mehr Service und niedrigeren Preisen mehr Kunden in die Großmärkte des Konzerns, in seine Kaufhof- und Real-Filialen sowie zu Media Markt und Saturn locken. Doch die Kampfpreise und die Kosten für Umbau und Service-Offensive lasten auch auf den Margen. Bei den Großmärkten sank das Ebit vor Sonderfaktoren im Quartal um 39 Millionen Euro auf 237 Millionen Euro, bei Media-Saturn schrumpfte es um 68 Millionen Euro auf 73 Millionen Euro. Das Ziel, den Umsatz gegenüber 2011 zu steigern, bekräftigte Koch erneut.

Auch Wettbewerber Carrefour hatte für das dritte Quartal ein leichtes Umsatzplus vermeldet - und ebenfalls eine weitere Schwäche der Märkte in Italien und Spanien beklagt. Metro musste von Juli bis September in Deutschland ein leichtes Umsatzminus hinnehmen, in den Ländern Westeuropas schrumpften die Erlöse indes deutlich um 5,4 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. In Osteuropa und Asien konnte Metro dagegen zulegen. Auch für den Rest des Jahres erwartet der Konzern, dass Rekordarbeitslosigkeit und Sparpakete der Regierungen in den Krisenländern Südeuropas die Konsumausgaben dort "erheblich belasten".

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