Metro kennt keine Krise

Metro kennt keine Krise

Der Handelsriese Metro stemmt sich gegen die Konsumflaute in Südeuropa.

Eine Preisoffensive und florierende Geschäfte im deutschen Heimatmarkt sowie in Asien ließen im zweiten Quartal die Umsätze wie von Analysten erwartet steigen. Die Kampfpreise lasten aber auf den Erträgen - Metro-Chef Olaf Koch will mit einem Sparprogramm gegensteuern. Seine Jahresprognose bekräftigte Koch.

"Wir haben trotz Gegenwind Fahrt aufgenommen", bilanzierte Koch. Metro habe im zweiten Quartal bei einem Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (EBIT) vor Sonderfaktoren von 314 (Vorjahr: 306) Millionen Euro eingefahren, teilte er am Dienstag mit. Nach den Sondereffekten - unter anderem schlugen Wertberichtigungen in Höhe von 172 Millionen Euro aus dem Verkauf des defizitären Großhandelsgeschäfts in Großbritannien zu Buche - blieb ein Ebit von 70 (267) Millionen Euro. Unter dem Strich und nach Minderheiten muss Koch einen Verlust von 20 Millionen Euro verkraften - vor Jahresfrist stand noch ein Plus von 40 Millionen Euro in den Büchern. Der Handelskonzern mit Töchtern wie Media Markt, Kaufhof und Real übertraf damit beim Ebit vor Sonderfaktoren die Erwartungen des Marktes - und der Verlust fiel geringer aus als befürchtet. Analysten hatten mit einem Umsatz von 15,8 Milliarden Euro und einem Ebit vor Sonderfaktoren von 300 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich hatten sie einen Verlust von 55,7 Millionen Euro prognostiziert. Handelskonzerne fahren den Löwenanteil ihrer Gewinne traditionell im letzten Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ein.

An seiner Prognose für 2012 hält Koch fest: Metro erwarte weiter einen Umsatzanstieg sowie ein Ebit vor Sonderfaktoren in etwa auf der Höhe des Vorjahreswertes von 2,37 Milliarden Euro. Um das Ziel zu erreichen, muss Koch in der zweiten Jahreshälfte Boden gut machen: Im ersten Halbjahr lag der operative Gewinn vor Sonderfaktoren mit 305 Millionen Euro rund 150 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres.

Koch kann dabei auf den deutschen Heimatmarkt setzen - hier legten die Erlöse im Quartal um knapp zwei Prozent zu. In den asiatischen Wachstumsmärkten verbuchte Metro gar ein Plus von 34,4 Prozent auf 0,8 Milliarden Euro. In den Krisenregionen Europas lagen die Umsätze auf vergleichbarer Basis auf Höhe des Vorjahres.

Umsatzzuwächse verbuchte Metro bei der Tochter Media-Saturn, die in der Vergangenheit noch Federn lassen musste. Auch dank der Fußball-Europameisterschaft konnte die Elektronikkette den Umsatz auf 4,5 (4,3) Milliarden Euro schrauben - dabei legte auch das Online-Geschäft zu. Koch erkaufte das Umsatzplus aber durch einen höheren operativen Verlust bei der Kette.

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