Metro und Carrefour – Heimatmärkte Deutschland und Frankreich sollen's richten

Metro und Carrefour – Heimatmärkte Deutschland und Frankreich sollen's richten

"Wir gehen gestärkt und mit großer Zuversicht in das anstehende Weihnachtsgeschäft", sagte Metro-Chef Olaf Koch am Donnerstag. Anlass zur Hoffnung geben Metro die deutschen Verbraucher. Sie sorgten im dritten Quartal für Umsatzzuwächse bei der Tochter Media-Saturn und auch bei den Cash&Carry-Großmärkten, die allein für gut die Hälfte der Erlöse stehen. Auch der französische Konkurrent Carrefour setzt auf seinen lange kriselnden Heimatmarkt - dort konnte der weltweit zweitgrößte Einzelhändler zwischen Juli und September wieder Zuwächse verbuchen.

Die Anleger honorierten dies, Carrefour-Aktien legten mehr als zwei Prozent zu. Metro-Aktien, die erst am Mittwoch ein Jahreshoch von 33,49 Euro verbucht hatten, verloren dagegen leicht an Boden.

Die beiden Handelsriesen hatten in der Vergangenheit auch wegen der Krise in Südeuropa Federn lassen müssen - die Regierungen dort haben ihren Ländern rigide Sparkurse verordnet, die Verbraucher schnallen die Gürtel enger. Beide Konzerne wollen durch Wachstum in Schwellenländern wie China gegensteuern. Doch die Heimatmärkte haben schon allein angesichts ihrer Größe weiter zentrale Bedeutung: So liegt bei Metro der Umsatzanteil Deutschlands bei etwa einem Drittel.

Weihnachtsgeschäft mit Kaufhof – aber wie lange noch?

Die Zuwächse in Deutschland reichten für Metro im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr 2013 aber nicht aus, um auch insgesamt für ein Umsatzplus zu sorgen. Der Konzern, zu dem auch der Elektronikhändler Media-Saturn, der Warenhausriese Kaufhof und die Real-Supermärkte gehören, hat nach vorläufigen Zahlen von Januar bis September einen Umsatz von 46,3 (Vorjahr: 47,4) Milliarden Euro eingefahren - Grund für das Minus sei auch die Krise in Südeuropa. Metro-Chef Koch, der den Konzern wieder auf Wachstum trimmen will, sieht aber Anlass zur Hoffnung. Zwar sanken die Umsätze im dritten Quartal leicht auf 15,5 (15,9) Milliarden Euro, bereinigt um Verkäufe und Wechselkurseffekte legten sie aber um 1,8 Prozent zu.

Nun kann Koch das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2013/14 mit dem für den Konzern wichtigen Weihnachtsgeschäft angehen - Metro fährt hier traditionell den Löwenanteil seiner Gewinne ein. Koch baut dabei auch weiter auf die Warenhaustochter Kaufhof. Doch auf Dauer soll sie nicht unter dem Dach der Metro verbleiben. Die Turbulenzen beim Konkurrenten Karstadt hatten in den vergangenen Wochen Spekulationen um eine Warenhausfusion in Deutschland wieder aufleben lassen.

Carrefour erholt sich am Heimatmarkt

Carrefour erntete auf dem Heimatmarkt die ersten Früchte des Umbaus: Die französischen Mega-Supermärkte des Metro-Konkurrenten legten im dritten Quartal beim Umsatz wieder zu. Auf vergleichbarer Verkaufsfläche stieg der Erlös um drei Prozent - stärker als von Analysten erwartet. Auf dem Heimatmarkt macht der Konzern 40 Prozent seines Geschäfts. Aber die Franzosen kämpften seit Jahren hier und in Europa damit, dass sich die Einkaufsgewohnheiten ändern. Konzernchef Georges Plassat nahm sich deshalb das Frankreich-Geschäft vor, senkte die Kosten, ließ ältere Filialen renovieren, senkte die Preise und vereinfachte das Angebot. "Unser Preisimage und der Kundenzulauf haben sich weiter verbessert", resümierte Carrefour-Finanzchef Pierre-Jean Sivignon. Auch Metro-Chef Koch hatte auf eine Preisoffensive gesetzt, um Kunden anzulocken.

Und nicht nur in Frankreich läuft es für Carrefour wieder runder. Auch in China zeigt die Kurve für die Nummer Zwei hinter US-Branchenprimus Wal-Mart weiter nach oben. "Alles in allem waren die Zahlen für das dritte Quartal sehr überzeugend und bestätigen, dass das Unternehmen auf Erholungskurs ist", sagte Citi-Analyst Pradeep Pratti. Weniger begeistert reagierten Analysten auf das Zahlenwerk der Metro - deren Umsatzentwicklung liege ganz im Rahmen der Erwartungen, erklärten die Experten der DZ Bank.

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