Meinl Kaffee möchte Weltmarke werden

Meinl Kaffee möchte Weltmarke werden

Der österreichische Kaffeeröster Julius Meinl will im den Gastro- und Hotelleriemarkt erobern. Fokus wird in Zukunft auf Asien und vor allem China gelegt werden. Eine Mikro-Rösterei für individuelle Spezialmischungen soll im Herbst in Wien eröffnet werden.

Der heimische Kaffeeröster Julius Meinl Kaffee will nun auch in England Fuß fassen. Damit will das Unternehmen seinem Ziel, in den nächsten zehn Jahren zu einer "Weltmarke" im Gastro-und Hotelleriebereich zu werden, einen Schritt näher kommen. "Die Präsenz der Marke in London ist sehr, sehr entscheidend", sagte Geschäftsführer Marcel Löffler im Gespräch mit der APA.

Mit Jahresanfang eröffnet Julius Meinl Kaffee eine eigene Niederlassung in England. Mit dem Slogan "Inspiring poets since 1862 - Inspiriert Poeten seit 1862 " will man auf die große Wiener Kaffeehaustradition verweisen und den italienischen Mitbewerbern Illy, Lavazza und Segafredo Kunden abspenstig machen. Via Social Media und "Poetry"-Veranstaltungen soll eine junge, kaffeeaffine Zielgruppe angesprochen werden. Auch dem Trend zu Filterkaffee (Aeropress, Syphon und Co.) will man sich nicht verschließen. Im Geschäftsjahr 2013 lag der Umsatz von Meinl Kaffee nahezu unverändert bei 132 (131) Mio. Euro. Die Seitwärtsbewegung der Erlöse ist laut Löffler auf den langfristen Ausstieg aus niedrigmargigen Geschäftsbereichen - etwa Automaten-Kaffee - zurückzuführen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich im Vergleich zum Jahr davor um 5 Prozent auf 20 Mio. Euro. Das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete der Kaffeeröster mit einem Plus von 26 Prozent auf 20 Mio. Euro in Russland. In der Nachfolgestaaten Jugoslawiens wurde ein Umsatzplus von 14 Prozent verzeichnet.

In den nächsten Jahren will Meinl auch die "Lücken" in Europa - nämlich Frankreich und Polen - schließen. Nach dem Gewinn der Jumeirah Group (Burj el Arab) und der Hilton-Gruppe als Kunden für den Mittleren Osten ist Meinl Kaffee nach eigenen Angaben nun Marktführer in der Hotellerie in Dubai. In China ist der Kaffeeröster in 20 Städten präsent und will am Hotelbau-Boom profitieren. In den nächsten Jahren sollen im Reich der Mitte tausende große Hotels entstehen.

Zwei Drittel des Umsatzes erzielt Julius Meinl Kaffee in der Gastronomie mit Hotels, Kaffeehäusern und Restaurants, den Rest im Lebensmittelhandel. Der Kaffeeröster ist derzeit mit Partnern in 61 Ländern aktiv und hat 40.000 Gastronomie- und Geschäftskunden.

In Wien will Meinl Kaffee im Herbst eine Mikro-Rösterei für Spezialmischungen eröffnen. Kunden sollen sich via Internet sogenannte "special blends" zusammenstellen können. Als zweiter Schritt wäre die Eröffnung einer Schau-Rösterei möglich, meinte Löffler.

Das Unternehmen beschäftigt rund 600 Mitarbeiter, davon ein Viertel in Wien. Geröstet wird der Kaffee in Wien und in Vicenza (Italien).

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