Mayrhuber will nun doch in den Lufthansa Aufsichtsrat

Mayrhuber will nun doch in den Lufthansa Aufsichtsrat

Rückzug vom Rückzug: Ex-Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber will nun doch in den Aufsichtsrat der Fluglinie einziehen.

Nachdem das Lufthansa-Kontrollgremium die Nominierung von Mayrhuber bekräftigt und auch wichtige Investoren eingelenkt hätten, habe sich auch Mayrhuber bereit erklärt, an seiner Kandidatur zur Wahl in den Aufsichtsrat unverändert festzuhalten, teilte die Fluggesellschaft am Montagabend mit. Der neue Aufsichtsrat wird am Dienstag auf der Hauptversammlung in Köln gewählt. Eigentlich galt als sicher, dass Mayrhuber die Nachfolge von Jürgen Weber an der Spitze des Gremiums übernimmt. Ob das immer noch der Fall ist, blieb am Abend zunächst unklar.

Am Morgen hatte der Frankfurter Konzern noch erklärt, dass der 66-jährige wegen heftiger Kritik von Investoren wie der Fondsgesellschaft Union Investment und Aktionärsberatern seinen geplanten Einzug in das Kontrollgremium aufgibt. Die Kritiker hatten vor allem moniert, dass seit dem Abtritt von Mayrhuber von der Konzernspitze zu wenig Zeit vergangenen sei, weshalb er die Arbeit des derzeitigen Chefs Christoph Franz nicht effektiv kontrollieren könne. Die Lufthansa erklärte nun, dass die Eigner die deutsche Doppelstruktur der Unternehmenslenkung aus Vorstand und Aufsichtsrat nicht verstanden hätten. "Für das deutsche dualistische System nicht passende Corporate-Governance-Abstimmungsempfehlungen waren die Ursache für zunächst andere Indikationen." In anderen Ländern sind die Funktionen nicht so strikt getrennt.

Mayrhuber war Ende 2010 nach sieben Jahren an der Spitze der Lufthansa abgetreten. Die Empfehlungen von Aktionärsberatern haben insbesondere in den USA Gewicht, da sich viele Fondsmanager nach ihnen richten. Die Kritik ging noch weiter: Unter anderem halte Mayrhuber zu viele Kontrollposten bei anderen Unternehmen, um sich auf die Herausforderungen der Lufthansa zu konzentrieren, erklärte ISS. Derzeit leitet Mayrhuber das Kontrollgremium des Halbleiterherstellers Infineon und sitzt im Aufsichtsrat des Rückversicherers Munich Re und von BMW. Sein Verwaltungsratsmandat bei der Großbank UBS legte der 66-jährige vergangene Woche nieder.

Der 71-jährige Aufsichtsratchef Weber hatte die Stabübergabe schon lange vorbereitet und Mayrhuber bereits 2010 als seinen Wunschkandidaten bezeichnet. Die Bilanz des Österreichers wird auch innerhalb der Lufthansa heiß diskutiert. Mayrhuber trieb den Expansionskurs der Lufthansa voran und übernahm Airlines wie Austrian oder Swiss. Später liefen aber die Kosten aus dem Ruder. Nachfolger Franz korrigiert die Offensive nun seit 2011 mühsam.

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