Massiver Ausverkauf der Bankia-Aktie nach Kapitalerhöhung

Massiver Ausverkauf der Bankia-Aktie nach Kapitalerhöhung

Eine Kapitalerhöhung am Dienstag über die Ausgabe von gut elf Milliarden neuer Aktien sollte dem Inbegriff der spanischen Bankenkrise eigentlich wieder Luft verschaffen und den Weg für einen Neustart ebnen. Doch vor allem Kleinanleger, die im Zuge der 24 Milliarden Euro schweren Bankia-Rettung Aktien mit erheblichem Abschlag auf ihre Investments erhalten hatten, verkauften die Titel, um ihre Verluste zu minimieren.

Bankia-Aktien büßten deshalb an der Börse zwischenzeitlich 20 Prozent ihres Wertes ein. Sie konnten jedoch im Handelsverlauf die Verluste auf knapp zehn Prozent halbieren: Die Titel wurden zu 54 Cent gehandelt.

Nach der Rekapitalisierung in Höhe von insgesamt 15,5 Milliarden Euro kommt der Staat auf einen Anteil von knapp 70 Prozent. Den Rest halten überwiegend Kleinanleger, die im Zuge der Rettung unfreiwillig zu den Aktien kamen. Bereits am Freitag war es bei Bankia-Titeln zu einem massiven Ausverkauf an der Börse gekommen. Sie brachen um mehr als 50 Prozent ein. Die Börsenaufsicht sieht sich die Vorgänge genauer an. Von Insidern war zu erfahren, dass institutionelle Anleger, die die Aktien ebenfalls mit Abschlägen erhalten hatten, möglicherweise Leerverkäufe tätigten, um ihre Verluste zu begrenzen.

Die Aussichten für Bankia sind wenig rosig. Spanien steckt tief in der Rezession, die Volkswirten zufolge noch zwei Quartale anhalten dürfte. Zudem ist unklar, wie die Regierung künftig mit staatlich geretteten Instituten umgehen will. Außerdem muss Bankia Staatshilfen zurückzahlen, ebenso günstige Kredite von der Europäischen Zentralbank. Bankia-Verwaltungsratschef Jose Ignacio Goirigolzarri gab sich aber zuletzt zuversichtlich. Er geht davon aus, dass sich der Bankia-Aktienkurs bei 0,7 bis 0,8 Euro einpendeln wird. Das wäre wie bei anderen spanischen Banken das 0,7 bis 0,8-fache des Buchwertes.

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