Maschinen statt Menschen – das große Banker-Feuern

Maschinen statt Menschen – das große Banker-Feuern

Händler von Credit-Derivaten, die an der Wall Street vor der Finanzkrise jährlich 2 Mill. Dollar verdienten, werden im Zuge von Kostensenkungen und neuen Regulierungen durch Maschinen ersetzt.

Die UBS, die größte Schweizer Bank, feuerte in der vergangenen Woche David Gallers, den Leiter Index-Handel Credit- Default-Swaps. Pläne, die Position neu zu besetzen, gibt es nach Angaben von zwei mit den Vorgängen vertrauten Personen nicht. Stattdessen ersetzte die Bank Gallers durch Computer- Algorithmen, die auf der Grundlage von mathematischen Modellen handeln.

Diesen Weg haben vor der UBS auch schon Barclays, Credit Suisse und Goldman Sachs beschritten. Sie verwenden Computerprogramme für den Handel von Finanzprodukten, die ihnen früher mit die dicksten Provisionen eingebracht haben. In der Regel fand der Handel telefonisch statt und die Händler verdienten an der Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs der Kontrakte.

Unfassbares Volumen

Als der Markt 2007 seinen Höhepunkt erreichte, waren Kontrakte im Wert von mehr als 62 Billionen Dollar im Umlauf. 2001 hatte der Markt erst ein Volumen von 632 Mrd. Dollar. Die Derivate wurden zunehmend als Wette auf Verbindlichkeiten eingesetzt, ohne die Anleihe oder den Kredit zu besitzen, wie Daten der International Swaps and Derivatives Association zeigen.

Doch nach dem Dodd-Frank-Gesetz zur US-Finanzmarktreform, an dessen Umsetzung die Regulierer derzeit arbeiten, sollen Swaps künftig über börsenähnliche Systemen gehandelt werden, um die Transparenz zu erhöhen. Durch den automatisierten Handel werden die Menschen als Händler zu teuer.

“Die Bewegung weg von den Menschen und großem Umfang hin zu Maschinen und kleinerem Umfang ist natürlich”, sagt Peter Tchir, Gründer von TF Market Advisors in New York, in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. Der Trend beschleunige sich, fügte er an.

Der Algorithmus von UBS wurde im Oktober eingeführt und kann in einer Transaktion bis zu 250 Mio. Dollar im Markit CDX North America Investment Grade Index und 50 Millionen Dollar im spekulativen Hochzins-Segment des Index handeln, wie weiter verlautete. Azar Boehm, ein Sprecher der UBS, wollte sich dazu nicht äußern, ebenso wenig wie Gallers.

Noch 2005 verdiente ein Managing Director im Bereich Handel Credit-Derivative im Durchschnitt 250.000 Dollar an Gehalt und erhielt zudem einen Bonus in Höhe von 1,75 Mio. Dollar, berichtete Michael Karp, Mitgründer der Personalberatung Options Group, im Jahr 2006 in einem Interview mit Bloomberg News. Einen Algorithmus zu bauen kostet nach Angaben von Tchir mehrere Hunderttausend Dollar.

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