MAN schraubt Gewinnerwartungen zurück

MAN schraubt Gewinnerwartungen zurück

MAN hat zu kämpfen. Ein höherer Rückstellungsbedarf, steuerliche Risiken sowie eine anhaltende Marktschwäche bei Nutzfahrzeugen setzen dem Unternehmen zu.

Ein großer Kraftwerksauftrag entpuppt sich für MAN immer mehr als schwere Belastung. Der zu Volkswagen gehörende Lastwagen- und Maschinenbauer kündigte am Dienstag an, er müsse wegen möglicher Risiken im Zusammenhang mit schlüsselfertigen Dieselkraftwerken weitere 146 Millionen Euro zur Seite legen. Damit verdoppelt sich die Vorsorge für die vor einigen Jahren von dem französischen Versorger EDF in Auftrag gegebenen acht Kraftwerke in der Karibik und auf Korsika auf fast 290 Millionen Euro. Wegen dieser Misere und weiterer Risiken kassierte MAN unmittelbar vor seiner für Donnerstag angesetzten Hauptversammlung die Gewinnprognose für das laufende Jahr: Die Umsatzrendite werde in diesem Jahr erheblich unter den 6,1 Prozent des Vorjahres liegen, gab MAN bekannt. Der Umsatz soll das Niveau des Vorjahres wieder erreichen.

Am Donnerstag sollen die MAN-Aktionäre über die von Volkswagen angekündigte Machtübernahme bei dem Traditioninsunternehmen abstimmen. VW will die schleppend verlaufende Lkw-Allianz mit der schwedischen Tochter Scania vorantreiben und hatte im vergangenen Jahr die Schwelle von 75 Prozent bei dem Münchner Konzern überschritten. Im Januar kündigten die Wolfsburger einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag an, der es ihnen erlaubt, MAN vollends an die kurze Leine zu nehmen. Damit wurde ein Abfindungsangebot fällig, das VW den Minderheitsaktionären unlängst unterbreitet hat.

Unternehmenswert von MAN sinkt

Durch die von Wirtschaftsprüfern festgestellten Risiken sinkt der Unternehmenswert von MAN um circa 50 Millionen Euro. Trotzdem soll an der Höhe der Abfindung der Minderheitsaktionäre von 80,89 Euro je Anteilschein und der jährlichen Garantiedividende von netto 3,07 Euro nicht gerüttelt werden.

Zu den weiteren Problemen, die den Anteilseignern vor der Abstimmung mitgeteilt werden müssen, zählte MAN einen nicht vorhergesehenen Rückgang im Wartungsgeschäft der Sparte Diesel & Turbo sowie erhebliche steuerliche Risiken bei einer ehemaligen Tochter. Den Namen dieser Firma wollte ein Sprecher nicht verraten und begründete dies mit einem in dem Fall erwarteten Rechtsstreit. Die Sparte Diesel & Turbo, in der MAN Großdieselmotoren und Turbomaschinen baut, leidet darunter, dass Reedereien ihre Schiffe wegen der Branchenkrise nicht wie bisher reparieren.

MAN hatte zu Jahresanfang einen überraschend hohen operativen Verlust von 82 Millionen Euro eingefahren und für das Gesamtjahr ein deutlich niedrigeres operatives Ergebnis in Aussicht gestellt. Als Grund war bereits damals die anhaltende Marktschwäche im Nutzfahrzeuggeschäft und in der Schifffahrtsbranche genannt worden.

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