"Made in CzechoSlovakia" kehrt zurück

Die Handelsmarke "Made in CzechoSlovakia" gibt es seit der Trennung der Staaten tschechien und der Slowakei seit 1993 nicht mehr. Nun wollen Banken der ehemals geeinten Staaten die Marke wiederbeleben. Grund: In manchen Regionen hat man die Auflösung der Tschoslowakei noch nicht registriert.

"Made in CzechoSlovakia" kehrt zurück

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der friedlichen Teilung der Tschechoslowakei wird die Handelsmarke "Made in Czechoslovakia" wiederbelebt.

Die Tschechische Exportbank (CEB) und slowakische Eximbank haben in Bratislava vertraglich vereinbart, die Export-Aktivitäten der tschechischen und slowakischen Firmen unter dem leicht geänderten Label - "Made in CzechoSlovakia" - gemeinsam fördern wollen. Laut Medienberichten vom Mittwoch wollen die beiden Geldinstitute an die Tradition der tschechoslowakischen Produkte in bestimmten Weltregionen vor 1993, vor allem in den Entwicklungsländern, anknüpfen. Zur Begründung heißt es, dass nicht alle die Trennung der früheren Tschechoslowakei in zwei selbstständige Staaten registriert hätten und weiterhin die frühere Tschechoslowakei im Gedächtnis hätten.

Laut CEB-Generaldirektor Karel Bures geht es nicht darum, mit Nostalgie an etwas zu erinnern, was es vor mehr als 20 Jahren gegeben habe. "Wir verpflichten uns jedoch dazu, dass CEB und Eximbank gemeinsam Lieferungen ins Ausland unterstützen werden, falls sich die tschechischen und slowakischen Exporteure darauf einigen", sagte Bures.

Die Idee der Wiederbelebung der Marke "Made in Czechoslovakia" hatten Ende 2013 der slowakische Regierungschef Robert Fico und sein damaliger tschechischer Amtskollege Jiri Rusnok aufgebracht. Menschen in manchen Weltregionen hätten die Teilung der früheren Tschechoslowakei 1993 nicht mitbekommen und würden daher die Gütesiegel "Made in Slovakia" oder "Czech made" nicht verstehen, hatte damals Fico erklärt. "Es gibt Länder in Asien und Afrika, wo wir gerne eine etablierte Kennzeichnung aus der Vergangenheit verwenden und die Produkte unserer Unternehmen gemeinsam anbieten würden", so Fico.

Der neue slowakische Staatspräsident Andrej Kiska ist skeptisch. "Diese Handelsmarke gehört der Vergangenheit an", sagte er kürzlich bei seinem Besuch in Prag und fügte hinzu, jedes Land müsse sich selbst einen Namen im Ausland machen.