Made in China: Konzerne treten aus dem Schatten

Made in China: Konzerne treten aus dem Schatten

Chinesische Elektronik-Konzerne sind längst nicht nur die anonymen Hersteller, die für bekannte amerikanische, japanische und europäische Unternehmen in Auftragsarbeit schuften dürfen.

Langsam, aber sicher übernehmen chinesischer Hersteller mit eigenem Logo und auf eigene Rechnung die Marktanteile der westlichen Konkurrenz.

Jüngstes Beispiel ist der PC-Hersteller Lenovo, der vor einigen Tagen Hewlett-Packard (HP) bei den weltweiten Marktanteilen für Desktop-Geräte überholt hat. Mit klugen Zukäufen – unter anderem wurde der deutsche Hersteller Medion übernommen – und der richtigen Mischung aus Marketing und Preisdruck haben die Chinesen ihren PC-Absatz Quartal für Quartal gesteigert.

Probleme in den USA

Für Aufregung sorgten zuletzt auch Huawei und ZTE: Die beiden chinesischen Konzerne wurden von US-Politikern in die Mangel genommen, die fürchten, die beiden Telekomausrüster könnten in Nordamerika als eine Art Spionageabteilung der chinesischen Regierung tätig sein. Huawei hat weltweit schon 140.000 Mitarbeiter und profitiert derzeit vor allem von der steigenden Nachfrage nach Breitband-Ausrüstung; das Unternehmen hat beispielsweise den USB-Surfstick erfunden. Im Vorjahr hat Huawei 25 Milliarden Euro Umsatz erzielt, zwei Drittel davon im Ausland – und heuer soll es bis zu 20 Prozent Wachstum geben. Huawei ist allerdings noch nicht börsenotiert, doch das könnte sich bald ändern: Die Chinesen überlegen ein IPO in den USA – was auch Transparenz beweisen und damit Bedenken der dortigen Behörden zerstreuen soll.

Bereits an der Börse notiert ZTE, das aber vor kurzem zum ersten Mal seit dem IPO 2004 einen Verlust gemacht: Das Minus von rund 238 Millionen Euro im dritten Quartal wurde unter anderem durch den Preiskampf begründet; der Mobiltelefon-Hersteller hat daraufhin die Gehälter seiner Spitzenmanager um die Hälfte gekürzt.

Taiwanesische Foxconn: Made in China

Ein weiterer „chinesischer“ Auftragsfertiger ist gar kein Chinese: Foxconn International ist ein taiwanesischer Konzern, der allerdings vor allem am chinesischen Festland werkt. Einen Namen gemacht hat sich Foxconn als iPhone-Bastler, wenn auch zum Teil wegen der miserablen Arbeitsbedingungen in den Werken, in denen etwa für Apple die (für den Endkonsumenten) teuren Geräte zusammengebaut werden.

Die Foxconn-Aktie hat sich zuletzt etwas besser entwickelt, nachdem es in den vergangenen Jahren nicht unbedingt rosig ausgesehen hatte.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge