Lufthansa: Streckenwechsel zu Germanwings läuft gut an

Lufthansa: Streckenwechsel zu Germanwings läuft gut an

Der Wechsel großer Teile des Lufthansa-Europaverkehrs zur Billigtochter Germanwings ist dem Unternehmen zufolge erfolgreich gestartet. "Der Übergang läuft gut", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Samstag und bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche".

Das Magazin hatte unter Berufung auf Lufthansa-Aufsichtsratskreise geschrieben, dass bei Germanwings die Flugzeuge nicht nur besser gefüllt als früher seien. "Auch die Durchschnittspreise sind stärker als erwartet gestiegen." Damit würde Deutschlands größte Airline pro Flug deutlich mehr Geld einnehmen als früher und käme einer Sanierung des hoch defizitären Europaverkehrs näher. In diesem Bereich hat die Lufthansa im vergangenen Jahr nach Informationen des Wirtschaftsmagazins rund 250 Millionen Euro Verlust gemacht.

"Es ist zu erwarten, dass sich die erfolgreiche Übertragung der Strecken auf Germanwings mit dem Start des neuen Angebots fortsetzen wird", sagte der Sprecher. Germanwings übernimmt seit Anfang des Jahres einige Lufthansa-Strecken und soll ab kommendem Monat mit einem neuen Angebot schrittweise den gesamten Verkehr innerhalb Deutschlands und Europas übernehmen. Ausgenommen sind nur die Verbindungen zu den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München, die die Lufthansa auch künftig selbst übernimmt.

Lufthansa macht jetzt Ryanair und Easyjet Konkurrenz

Mit dem Billigableger reagiert die Kranich-Linie auf die Konkurrenz von Ryanair und Easyjet. Kritiker befürchten jedoch, dass die Lufthansa mit der Umstellung lukrative Geschäftskunden verliert. Die Belegschaft und Business-Class-Kunden der Lufthansa protestierten gegen die Pläne. Der Gewerkschaft Verdi sind die niedrigeren Löhne bei Germanwings ein Dorn im Auge. Am Montag rief die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo ihre Mitglieder bei dem Billigflieger zu einer Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen auf.

Grund seien die sich seit neun Monaten hinziehenden Tarifverhandlungen über Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 700 Kabinenbeschäftigten. Stimmen mehr als 70 Prozent zu, kann es zu Streiks kommen. Ein Ausstand des Kabinenpersonals bei Germanwings würde die Lufthansa in ihrem wichtigen Sommergeschäft schwer treffen. Die Urabstimmung soll noch bis zum 5. Juli laufen.

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