Luftfahrtmesse in Paris: Airbus A350 bringt Boeing in Bedrängnis

Luftfahrtmesse in Paris: Airbus A350 bringt Boeing in Bedrängnis

Vor 10.000 Mitarbeitern und Besuchern durchschnitten die gebogenen Flügelspitzen des Leichtbau-Fliegers Airbus A350 am Freitag erstmals die Wolken über dem südfranzösischen Toulouse.

Die sechs Besatzungsmitglieder in orangen Overalls benötigten ihre angeschnallten Fallschirme nicht - nach einem Rundflug über die Pyrenäen setzte die Maschine vier Stunden später wieder sanft auf dem Boden auf.

Am Steuer waren zwei ehemalige britische und französische Kampfpiloten. "Das Flugzeug verhält sich extrem gut", funkte der oberste Airbus-Testpilot Peter Chandler während des Fluges. Der Test war der vorläufige Endpunkt einer achtjährigen Entwicklungsphase, die EADS 15 Milliarden Dollar gekostet hat. Die Premiere ist ein Meilenstein für den europäischen Konzern, drei Tage vor der vielbeachteten Flugshow Le Bourget bei Paris.

Großer Tag für Airbus

"Das ist ein großer Tag für Airbus", freute sich EADS-Chef Tom Enders. "Einen Jungfernflug gibt es ja nicht so oft. Es ist nicht wie in der Autoindustrie, wo man alle zwei Jahre oder sogar noch öfter ein neues Modell auf den Markt bringt." Der neue Airbus muss vor allem gegen Boeings 787 Dreamliner antreten, der schneller aus den Startlöchern kam und schon seit einiger Zeit auf dem Markt ist. Während für den A350 bislang 613 Bestellungen vorliegen, kommt der Dreamliner auf 833.

Das Duell zwischen Airbus und Boeing dürfte auf der Pariser Messe einen weiteren Höhepunkt erreichen. Enders rechnet dort mit "einigen Hundert" Airbus-Bestellungen. Man werde aber nicht mehr Aufträge einfahren als bei der Airshow vor zwei Jahren. Damals hatte die EADS-Tochter über 700 Orders an Land gezogen.

Boeing plant Insiderinformationen zufolge unterdessen eine größere Version seines Langstreckenfliegers 787 Dreamliner. Demnach soll nächste Woche eine Variante mit 323 Sitzplätzen angekündigt werden. Vor allem in Asien sei die Nachfrage nach solchen Fliegern groß - Singapore Airlines hatte kürzlich Interesse an einer vergrößerten Version des 300 Millionen Dollar teuren Jets signalisiert. Auch die British-Airways-Mutter IAG, United Airlines und die US-Verleihfirma Air Lease haben bereits den Finger gehoben. Als möglicher Käufer wird auch die Lufthansa gehandelt.

Wettstreit um spriteffizientere Maschine

Die verlängerte 787-10 soll den Insidern zufolge mehr Treibstoff aufnehmen und mehr Passagiere transportieren, dafür aber weniger weit fliegen können als die zwei bisherigen Versionen des Dreamliners. Boeing zufolge könnte der Jet vor allem im Regionalverkehr in Asien oder auf Strecken mit vielen Zwischenstopps eingesetzt werden.

Der Wettkampf um leichte, weniger Kerosin verbrauchende Langstreckenmodelle dürfte die Airshow in der kommenden Woche dominieren. Im Rennen um die Marktführerschaft hatte Airbus Boeing zu Jahresbeginn überholt. Mit netto 410 Bestellungen lag die EADS-Tochter im ersten Quartal vor dem US-Konzern, der für sich 209 Order verbuchen konnte. Im vergangenen Jahr dagegen musste sich Airbus den Amerikanern noch knapp geschlagen geben.

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