Luftbranche im Aufwind – Gewinnprognosen werden angehoben

Luftbranche im Aufwind – Gewinnprognosen werden angehoben

Wegen sinkender Tankrechnungen, harter Sparmaßnahmen und neuer Zusatzgebühren werden die Airlines in diesem Jahr mehr Gewinn einfliegen als bislang angenommen.

Unter dem Strich dürfte die globale Luftfahrtbranche 2013 insgesamt einen Jahresüberschuss von 12,7 Milliarden Dollar erzielen, teilte der Weltluftfahrtverband IATA am Montag auf seiner Jahrestagung in Kapstadt mit. Bislang ging die Organisation mit 240 Mitglieds-Airlines von 10,6 Milliarden Dollar Jahresgewinn aus. Es ist bereits das dritte Mal, dass der Verband die Aussichten für dieses Jahr positiver beurteilt.

Das sind ausnahmsweise Mal gute Nachrichten für die Branche, die seit Jahren in Krise steckt. Nach Ansicht der Airlines sind daran vor allem die hohen Spritpreise, neue Abgaben wie die Ticketsteuer in Deutschland und ständig steigende Flughafengebühren schuld. Ein Teil der Malaise ist allerdings hausgemacht, da die Gesellschaften bislang ihre Kapazitäten Jahr für Jahr ausbauten. Die Folgen waren für die Airlines fatal: Das Überangebot ruinierte die Preise.

Die Lufthansa beispielsweise steuert aber gegen und baut ihr Flugangebot nur noch sehr vorsichtig aus. Und die deutsche Vorzeige-Airline ist damit nicht allein, viele europäische und US-Rivalen gehen ähnlich vor. Der Effekt: Nach Schätzungen der Iata steigt die Auslastung der Maschinen im Schnitt auf 80,3 Prozent - 2012 war es noch ein Prozentpunkt weniger. Weltweit werden dieses Jahr 3,13 Milliarden Passagiere in ein Flugzeug steigen nach 2,98 Milliarden im vorigen Jahr.

Auf hohe Gewinne müssen die Airlines allerdings noch warten

Hohe Gewinne werden die meisten Fluggesellschaften trotz der besseren Gewinnprognose aber immer noch nicht einfahren. "Im Schnitt wird jede Airline pro Passagier rund vier Dollar verdienen - das ist weniger als die Kosten für ein Sandwich", sagte Iata-Chef Tony Tyler zu Reuters TV. Der aufpolierte Branchenausblick kam bei Anlegern gut an: Die Lufthansa-Aktien legten um 1,3 Prozent zu und die Titel von Air France-KLM zogen um 0,7 Prozent an.

Das Jahresversammlung der Iata ist einer der wichtigsten Branchentreffs, den sich kaum ein Airline-Chef entgehen lässt. Auch Lufthansa-Chef Christoph Franz reiste ans Kap. Eines der Hauptthemen in der Führungsetage des Frankfurter Konzerns ist derzeit die Bestellung von neuen Flugzeugen . Franz bekräftigte, dass die Lufthansa sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Airbus und Boeing über den Kauf von 50 neuen Langstrecken-Jets befinde. Infrage kämen dabei die Boeing-Modelle 777 und 787 sowie der neue Airbus A350. Eine Entscheidung falle voraussichtlich im zweiten Halbjahr, sagte er. Nach Aussagen eines Konzernsprechers ist geplant, den Auftrag nur an einen der Hersteller zu vergeben. Die neuen Jets sollen in erster Linie spritdurstige Maschinen des Typs A340 ablösen.

Die Kranich-Airline erneuert derzeit ihre Flotte. Insgesamt steckt die Lufthansa bis 2025 rund 22 Milliarden Euro in die Anschaffung von 236 neuen Flugzeugen. Die kommende Order von 50 Langstrecken-Flugzeugen ist da noch nicht mitgerechnet. Um das zu finanzieren, hat der Vorstand die Dividende für 2012 gestrichen und ein Riesen-Sparprogramm aufgelegt. Ein kommerzielle Zusammenarbeit mit einer der schnell wachsenden Airlines vom Persischen Golf - also Emirates, Etihad oder Qatar Airways - schloss Franz nicht aus. Allerdings bestehe "keine Eile", um eine Entscheidung zu fällen.

Lufthansa profitiert von den guten Prognosen

Die Hoffnung auf gut laufende Geschäfte stützt indes etwa die deutsche Lufthansa. Die Aktien platzierten sich am frühen Montag Nachmittag mit einem Plus von rund 1,7 Prozent an die DAX -Spitze.

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