Lügt BP?

Lügt BP?

BP habe wissentlich falsche Angaben darüber gemacht, wie viel Öl bei der Havarie der Bohrinsel "Deepwater Horizon" ins Meer gelaufen sei, sagte Anwalt Brian Barr am Montag vor einem US-Bezirksgericht.

BP wies den Vorwurf zurück. Dem Konzern droht in dem Verfahren eine Strafe von bis zu 17,6 Milliarden Dollar. Sollte es dazu kommen, würden die von BP zurückgelegten 42 Milliarden Dollar für Aufräumarbeiten, Schäden und Schadenersatz nicht ausreichen. Das Strafmaß wird Anfang 2014 erwartet.

Aus vor Gericht vorgelegten internen E-Mails geht hervor, dass BP nach der Katastrophe öffentlich erklärte, es würden 5000 Barrel Öl am Tag ins Meer laufen. Der Konzern hat den Angaben zufolge zu dem Zeitpunkt aber schon gewusst, dass bis zu 100.000 Barrel täglich auslaufen könnten. Einem Experten zufolge hat die fiktive Schätzung der 5000 Barrel eine Schließung des Bohrlochs verzögert.

Nach Angaben der US-Regierung traten bei der größten Ölpest in der US-Geschichte 4,9 Millionen Barrel aus, weil der Konzern nach der Explosion der Plattform das Leck in rund 1500 Metern Tiefe fast drei Monate lang nicht stopfen konnte. Bei dem Unglück im April 2010 kamen elf Arbeiter ums Leben. Es gab zudem enorme Schäden in der Natur sowie für Fischerei und Tourismus. Zu den Klägern gehören von der Katastrophe betroffene Anwohner, die US-Regierung und ehemalige Vertragsnehmer von BP.

Für das Strafmaß ist der Umgang von BP mit dem Unglück entscheidend. US-Gesetze sehen eine Strafe von bis zu 1100 Dollar pro Barrel ausgelaufenen Öls vor, falls sich der Konzern fahrlässig verhalten hat. Bei grober Fahrlässigkeit sind 4300 Dollar pro Barrel möglich, was sich auf 17,6 Milliarden Dollar summieren könnte.

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