Libor-Skandal: RBS entlässt Mitarbeiter

Im internationalen Skandal um Zinsmanipulationen hat die Royal Bank of Scotland (RBS) nach eigenen Angaben mehrere Beschäftigte vor die Tür gesetzt. Der Aktienkurs liegt freilich weiter am Boden.

Libor-Skandal: RBS entlässt Mitarbeiter

Dies sei das Ergebnis eigener Untersuchungen, teilte das
Geldhaus, das zu 82 Prozent dem Staat gehört, am Freitag mit.
Grund für die Entlassungen sei ein Fehlverhalten der
Mitarbeiter. Einer Reihe von Großbanken wird vorgeworfen, von
2005 bis 2009 den Londoner Interbankenzins Libor mit falschen
Angaben zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. RBS-Chef Stephen
Hester bestätigte, dass die Angelegenheit weiter von den
Aufsichtsbehörden untersucht wird. Auch für die RBS bleibe die
"Libor-Situation" auf der Tagesordnung. Der Fall zeige, welcher
Schaden durch "das Fehlverhalten einzelner sowie inadäquater
Systeme und Kontrollen" entstehen könne.

Für das erste Halbjahr wies die Bank einen Rückgang des
operativen Gewinns auf 1,83 (Vorjahreszeitraum: 1,97) Milliarden
Pfund aus. Sie bestätigte zugleich weitere Rückstellungen in
Höhe von 135 Millionen Pfund für Ausgleichszahlungen an Kunden,
die bei Kreditversicherungen falsch beraten wurden. Hinzu kommen
den Angaben zufolge Belastungen über 125 Millionen Pfund als
Folge einer Panne der Computersysteme im Juni.

Im zweiten Quartal ging der Betriebsgewinn um 22 Prozent auf 650 Millionen Pfund zurück, was den Erwartungen des Bloomberg-Konsens entsprach. "Wir machen die Bank weiter sicherer und stärker und erholen uns von den Problemen der Vergangenheit", sagte CEO Stephen Hester in der Aussendung.

Seit Hester die Führung der Bank im Jahre 2008 übernommen hat, hat er die Bilanz um 800 Milliarden Pfund geschrumpft, 36000 Jobs gekündigt und die irische Niederlassung verkleinert. Nach der Verstaatlichung der Bank, der Restrukturierung überschattet jetzt der Libor-Skandal das Institut.

Die Aktien legten im Frühhandel um 0,9 Prozent zu, ihr Marktwert beträgt 23 Milliarden Pfund. Seit Jahresanfang hat das Papier 1,1 Prozent zugelegt. Nach der Halbierung des Kurses 2011, nicht gerade der Reißer.