L'Oreal zieht Sanofi-Verkauf in Betracht

L'Oreal zieht Sanofi-Verkauf in Betracht

Sollten sich Möglichkeiten für eine Übernahme auftun, könnte diese durch die Trennung von der Sanofi-Beteiligung finanziert werden, sagte L'Oreal-Chef Jean-Paul Agon am Freitag. "Wir haben immer gesagt, dass unser Anteil an Sanofi finanzieller und nicht strategischer Art ist. Deswegen könnten wir ihn einsetzen, sollte sich uns eine Gelegenheit bieten." L'Oreal hält neun Prozent an Sanofi.

Seit einiger Zeit ist auch im Gespräch, ob sich der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle von seiner knapp 30-prozentigen Beteiligung an L'Oreal trennt. Nestle lässt sich offiziell bei der Thematik nicht in die Karten schauen. Nach Informationen der Zeitung "Les Echos" wäre der Kosmetikkonzern im Falle eines Verkaufs aber gewillt, den 22 Milliarden Euro schweren Nestle-Anteil zu übernehmen. L'Oreal verfügt aber nach eigenen Angaben über die nötigen Mittel, um Nestle seinen 23 Milliarden Euro schweren Anteil abzukaufen. Dies sagte L'Oreal-Chef Jean-Paul Agon am Freitag. Zugleich betonte er, damit nicht versprechen zu wollen, dass L'Oreal wirklich diesen Weg geht.

Im April läuft ein gegenseitiges Vorkaufsrecht zwischen Nestle und der Industriellenfamilie Bettencourt aus, die ebenfalls 30 Prozent an L'Oreal hält. Sollte sich L'Oreal entscheiden, die Nestle-Beteiligung zu kaufen, würde der Konzern damit seine Unabhängigkeit sichern.

An der Börse sorgten die Nachrichten für positiven Aufruhr. Die L'Oreal-Aktie legte 4,8 Prozent zu. Der Kosmetikkonzern ist mit einem Marktwert von 77 Milliarden Euro der drittgrößte Konzern Frankreichs. Das Nestle-Papier lag 0,7 Prozent im Plus.

"Wir haben alle signifikanten finanziellen Ressourcen"

L'Oreal könnte Nestle herauskaufen, indem sich die Firma zuvor von ihrem Anteil am Pharmakonzern Sanofi trennt. "Wir haben alle signifikanten finanziellen Ressourcen, weil wir positiven Cash Flow haben und die neun Prozent an Sanofi", sagte Agon. Die Beteiligung an dem Medikamentenkonzern ist in etwa knapp neun Milliarden Euro wert. "Wir haben immer gesagt, dass unser Anteil an Sanofi finanzieller und nicht strategischer Art ist. Deswegen könnten wir ihn einsetzen, sollte sich uns eine Gelegenheit bieten." Der Cash Flow betrug Ende Juni etwas mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Der L'Oreal-Konzern, der unter anderem Kosmetikprodukte der Marken Kiehl's, Lancome, Biotherm und Helena Rubenstein im Sortiment hat, steigerte im ersten Halbjahr seinen operativen Gewinn um fast acht Prozent. Fürs vierte Quartal ist Agon für die Geschäftsentwicklung etwas zuversichtlicher als für das laufende Quartal.

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