Kurssturz bei CO2-Zertifikaten

Die Ablehnung eines Plans zur Stützung der Preise für Verschmutzungszertifikate hat bei diesen Papieren am Donnerstag einen Kurssturz von 40 Prozent ausgelöst.

Kurssturz bei CO2-Zertifikaten

Der Preis für die von der EU ausgegebenen Emissionszertifikate fiel zeitweise auf ein Rekordtief von 2,81 Euro je Tonne ausgestoßenes CO2. Am Nachmittag notierten sie 7,1 Prozent niedriger bei 4,32 Euro.

Der Energie- und Industrieausschuss hatte sich zuvor in einem nicht bindenden Votum gegen den Plan ausgesprochen, zur Stützung der Preise die Zahl der neu ausgegebenen CO2-Zertifikate zunächst zu reduzieren. Die Papiere sollen dann zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden.

"Solange es keinen klaren politischen Willen gibt, den Markt zu unterstützen, kann man von den Marktteilnehmern nicht erwarten, dass sie an ihn glauben", sagte ein Emissionshändler. "Andauernde Verzögerungen und Änderungen an den vorgeschlagenen Lösungen bringen den Markt langsam um."

Mit den CO2-Zertifikaten erwerben Unternehmen das Recht, Treibhausgase auszustoßen. Der Handel soll einen Anreiz dafür schaffen, das Geld in eine klimafreundliche Modernisierung der Produktion zu stecken.

Wegen der rückläufigen europäischen Industrieproduktion als Folge der Schuldenkrise ist der Schadstoff-Ausstoß der Unternehmen rückläufig. Aktuell kosten die Emissionspapiere nur etwa ein Viertel so viel wie noch im Mai 2011.