Krise bei Salzgitter setzt sich abgeschwächt fort

Krise bei Salzgitter setzt sich abgeschwächt fort

Der unter den Folgen der Stahlkrise leidende Konzern Salzgitter steckt aber noch immer tief in den roten Zahlen und verfehlte mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen des Marktes. Eine kurzfristige, durchgreifende Trendwende ist für die Niedersachsen zudem nicht in Sicht.

Im Bau, der zu den wichtigsten Kunden zählt, sei "keine nennenswerte Verbesserung erkennbar", räumte das MDax-Unternehmen am Donnerstag ein, das auch für das Gesamtjahr weiter rote Zahlen erwartet. Andere Stahlkocher hatten dagegen zuletzt Hoffnungen auf ein Ende der Branchenkrise gemacht.

Von Juli bis September fuhr Salzgitter vor Steuern einen Verlust von 64,3 (Vorjahr: Minus 24,5) Millionen Euro ein. Im Vorquartal hatten sich mit 282,9 Millionen Euro jedoch deutlich höhere Verluste aufgetürmt. Nach neun Monaten summierte sich das Minus vor Steuern nun auf 363 Millionen Euro. Und auch im vierten Quartal erwartet Salzgitter einen weiteren Verlust - denn der Konzern bekräftigte, dass er für das Gesamtjahr weiter mit einem Minus vor Steuern von rund 400 Millionen Euro rechnet.

Die Investoren reagierten weitgehend unbeeindruckt auf das Zahlenwerk, Salzgitter-Aktien notierten leicht im Minus bei 32,32 Euro. Das Zahlenwerk für das Quartal sei "ohne größere Überraschungen" geblieben, bilanzierten Analysten der DZ Bank.

Sparprogramm wird wohl zunächst durch Kosten belasten

Der Verlust 2013 könnte aber noch höher als die angepeilten 400 Millionen Euro ausfallen. Der Vorstand hatte dem Unternehmen angesichts der Talfahrt eine Rosskur verordnet - mehr als 1500 der gut 23.000 Vollzeitstellen sollen bei Salzgitter wegfallen. Der Konzern will durch sein Sparprogramm nach früheren Angaben das Ergebnis jährlich um über 200 Millionen Euro verbessern. Doch zunächst einmal fallen Kosten an: Einmalig anfallende Aufwendungen für das Sparprogramm sind in der Jahresprognose 2013 ausdrücklich nicht enthalten.

Die Stahlbranche kämpft seit mehr als zwei Jahren mit einer schwachen Nachfrage, Preisdruck und Überkapazitäten. Das hinterlässt auch bei den Umsätzen von Salzgitter Spuren: Der Erlös sank im Quartal auf 2,26 (Vorjahr: 2,6) Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten die Niedersachsen einen Konzernverlust von 67,0 (Minus 25,7) Millionen Euro. Die Zahlen fielen damit im Quartal schlechter aus als von Analysten erwartet.

Die wirtschaftliche Lage sorgt bei Salzgitter zudem nicht eben für überschäumenden Optimismus. Zwar mehrten sich in Europa "erste Anzeichen für eine beginnende Erholung der Konjunktur". Angesichts von Überkapazitäten wirke sich dies aber "nicht merklich auf die Lage der Stahlindustrie aus". Weltmarktführer ArcelorMittal und der deutsche Stahlverband hatten zuletzt Hoffnung auf eine Belebung der Konjunktur im kommenden Jahr gemacht. "Auch wenn das Geschäftsumfeld schwierig bleibt, sind wir angesichts der besseren Konjunkturdaten vorsichtig optimistisch für 2014", hatte ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal gesagt. Der Stahlverband hatte erklärt, nach einem Rückgang der Stahlproduktion in Deutschland in diesem Jahr werde diese 2014 wohl um drei Prozent zulegen. Die Stahlkunden würden wohl ihre Lager wieder auffüllen, erwarten die Experten.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge