KPN-Stiftung zeigt sich gegenüber Carlos Slim skeptisch

KPN-Stiftung zeigt sich gegenüber Carlos Slim skeptisch

Die gleichnamige Stiftung, die die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden vertritt, meldete am Dienstagabend Bedenken an. Es herrsche Unsicherheit über die Absichten von Carlos Slim und seinem Unternehmen America Movil.

Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an o2 zu verkaufen. Die Tochter des spanischen Telefonica-Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zum Branchenprimus vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone aufsteigen.

In den Niederlanden ist es möglich, dass Stiftungen feindliche Übernahmen blockieren. Eine entsprechende Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte ein Stiftungssprecher. Dem Aktienkurs von KPN bekam die Unsicherheit nicht gut. Das Papier fiel rund zwei Prozent und damit unter die 2,40 Euro je Aktie, die Slim bietet.

Slim hatte am Freitag bekanntgegeben, KPN für gut sieben Milliarden Euro kaufen zu wollen. Über America Movil hält er bereits 29,8 Prozent an dem ehemaligen Telefon-Monopolisten. Eine Vereinbarung, seine Anteile nicht über 30 Prozent aufzustocken, hatte er aufgekündigt, nachdem die Kaufofferte von o2 für E-Plus bekanntgeworden war. Aus dem Umfeld von America Movil war bereits zuvor verlautet, dass Slim die 02-Offerte für E-Plus für zu niedrig halte.

Die KPN-Führung prüft noch, ob sie sich hinter das Slim-Gebot stellt oder es ablehnen wird. Sollte die Stiftung den Deal blockieren wollen, dürfte diese wohl ihre sogenannte Call Option ausüben und mit der Ausgabe von Vorzugsaktien die Anteile, die bereits Slim gehören, verwässern. Allerdings könnte Slim dieses Vorgehen vor Gericht anfechten. Ein Richter könnte dann gegen diese Einmischung durch die Stiftung vorgehen, sagte Analyst Jos Versteeg von der Privatbank Theodoor Gilissen. Nach Ansicht der Ratingagentur Fitch würde dieser Widerstand eine Komplettübernahme zumindest deutlich verzögern.

Dies dürfte dann auch Folgen für den E-Plus/o2-Deal haben. Zusammen würden o2 und E-Plus in Deutschland zum Marktführer mit mehr als 40 Millionen Kunden aufsteigen. Hauptantrieb für den Deal sind Einsparungen: Durch die Fusion sollen die Kosten vor allem durch die Verschmelzung der beiden Handy-Netze um mehr als fünf Milliarden Euro sinken. Auch auf dem Heimatmarkt droht KPN schärfere Konkurrenz. Der schwedische Rivale Tele2 bläst mit neuen Billigangeboten für schnelles Surfen im Internet zum Angriff.

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