KPN schraubt Investitionen nach Gewinnrückgang zurück

KPN schraubt Investitionen nach Gewinnrückgang zurück

Statt der geplanten sieben Milliarden Euro wolle KPN in den Jahren bis 2015 nur noch höchstens 4,7 Milliarden Euro investieren, teilte der Konzern, der sich zuletzt erfolgreich gegen eine Komplettübernahme durch den mexikanischen Milliardär Carlos Slim gewehrt hat, am Dienstag mit.

Den Großteil der Kürzung macht die deutsche Tochter E-Plus aus, die an die spanische Telefonica verkauft werden soll: Für E-Plus waren Investitionen von rund 1,8 Milliarden Euro geplant. Der Konzern kürzt außerdem das Budget für die Netze in den Niederlanden und Belgien um 500 Millionen Euro. "KPN hat in den vergangenen Jahren in das niederländische Mobil- und Festnetz viel investiert - vor allem im Vergleich zur Konkurrenz", erläuterte der Konzern.

Investitionen in schnellere und bessere Netze sind entscheidend für Telekom-Unternehmen, um in dem harten Preiswettbewerb bestehen zu können. Experten zeigten sich deshalb von der Kürzung überrascht: "Die Frage bleibt, warum das eigentliche Budget für 2013 bis 2015 höher war", schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies. "Unserer Meinung nach werden und sollten die Kürzungen zu einer Diskussion über die Notwendigkeit von Investitionen in das Geschäft führen." Für gute Stimmung bei den Aktionären sorgte die Bekräftigung von KPN, für das Jahr 2014 wieder eine Dividende zahlen zu wollen. An der Börse legten die Aktien um fast drei Prozent auf 2,30 Euro zu.

Die Beziehungen zum Großaktionär Slim seien auch nach dessen gescheitertem Übernahmeversuch kooperativ, sagte KPN-Chef Eelco Blok in einer Telefonkonferenz. Slim hatte 7,2 Milliarden Euro für KPN geboten, die KPN-Stiftung hatte eine Übernahme aber blockiert.

Gewinnrückgang auch bei Noch-Tochter E-Plus

Im dritten Quartal machte KPN vor allem der harte Wettbewerb im Mobilfunkgeschäft zu schaffen. Die sinkenden Gewinne dort konnte auch das bessere Festnetz-Geschäft in den Niederlanden nicht wettmachen. Ingesamt ging der Betriebsgewinn um 13 Prozent auf 762 Millionen Euro zurück, was am obereren Rand der Analysten-Erwartungen lag.

In den Zahlen ist E-Plus schon nicht mehr enthalten. Deutschlands drittgrößter Mobilfunkanbieter verbuchte im dritten Quartal einen noch höheren Gewinneinbruch: Das operative Ergebnis (Ebitda) fiel um knapp 30 Prozent auf 229 Millionen Euro - vor allem wegen sinkender Umsätze im Mobilfunkgeschäft und hoher Investitionen in den Netzausbau. Dennoch sieht sich E-Plus auf dem richtigen Weg, weil die Kundenzahlen steigen: Im dritten Quartal kamen 377.000 neue Kunden hinzu, die Gesamtzahl liegt bei 24,8 Millionen Kunden. "Damit ist unsere Strategie, als Angreifer verstärkt in den Markt und den Netzausbau zu investieren, voll aufgegangen", erklärte E-Plus-Chef Thorsten Dirks.

Telefonica will E-Plus für 8,55 Milliarden Euro übernehmen und mit ihrer Deutschland-Tochter, der Nummer vier auf dem deutschen Markt, verschmelzen. Die Kartellbehörden müssen dem aber noch zustimmen. Sein Investitionsprogramm will E-Plus auch unter der neuen Muttergesellschaft fortsetzen: "Der für das kommende Jahr geplante Zusammenschluss von E-Plus und Telefonica Deutschland ändert nichts an unserer Strategie", erklärte Dirks.

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