Knapper Milliardendeal von Bayer

Knapper Milliardendeal von Bayer

Bayer forciert mit einem größeren Zukauf in den USA den Ausbau seines lukrativen Geschäfts mit rezeptfreien Präparaten und Gesundheitsprodukten.

Für umgerechnet 920 Millionen Euro will der Pharma- und Chemiekonzern das auf Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte US-Unternehmen Schiff Nutrition übernehmen, kündigte Bayer am Dienstag an. Mit dem Zukauf setzt Konzernchef Marijn Dekkers die Reihe kleinerer und mittelgroßer Zukäufe der jüngsten Zeit fort. Seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern. Im abgelaufenen dritten Quartal baute Bayer seinen operativen Gewinn leicht aus. Rechtsstreitigkeiten in den USA nagten allerdings am Überschuss.

Die Übernahme von Schiff will Bayer bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern haben. Die US-Firma hat rund 400 Beschäftigte, Sitz des börsennotierten Unternehmens ist Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Schiff stellt unter anderem Präparate zur Stärkung der Gelenke und Mittel her, die das Immunsystem unterstützen. Der Kaufpreis von 920 Millionen Euro entspricht einer Bewertung von rund 34 Dollar je Aktie in bar.

Bayer gehört mit seiner Sparte Consumer Care zu den weltweit größten Unternehmen im Geschäft mit rezeptfreien Präparaten und Gesundheitsprodukten. Zu den bekannten Bayer-Produkten zählen unter anderem "Aspirin" und das Magenmittel "Rennie". Die USA sind der weltgrößte Markt für solche Präparate. Dort würden mehr verschreibungsfreie Produkte und Nahrungsergänzungsmittel verkauft als in jedem anderen Land der Welt, erklärte Bayer-Chef Dekkers. Schiff hatte im Geschäftsjahr 2011/12 (Ende Mai) einen Nettoumsatz von umgerechnet rund 200 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Geschäftsjahr 2013 peilte das Unternehmen ein Plus von 43 bis 46 Prozent an.

Teure US-Rechtsstreitigkeiten

Im dritten Quartal baute Bayer dank guter Geschäfte der Gesundheitssparte und kräftiger Nachfrage nach Chemikalien für die Landwirtschaft seinen operativen Gewinn leicht aus. "Healthcare entwickelte sich besonders in Nordamerika und in den Wachstumsländern erfreulich", erklärte Dekkers. Der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nahm binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zu. Analysten hatten für die Monate Juli bis September allerdings einen Tick mehr erwartet. Der Konzern setzte 9,67 Milliarden Euro um - ein Plus von 11,5 Prozent. Dabei profitierte Bayer auch von einem schwachen Euro.

Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten in den USA auf Grund von Klagen im Zusammenhang mit den Antibaby-Pillen Yaz und Yasmin zehrten allerdings am Überschuss. Weitere 205 Millionen Euro legte Bayer hierfür im Quartal zurück. Der Konzerngewinn schrumpfte deshalb um 17,8 Prozent auf 528 Millionen Euro. Zudem drückten 134 Millionen Euro an Kosten für Restrukturierungen den Gewinn. Im vierten Quartal sind weitere 200 Millionen Euro an Kosten für Umbaumaßnahmen geplant.

"Unsere im Juli angehobene Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamntjahr 2012 bekräftigen wir", erklärte Bayer-Chef Dekkers. Der Konzern peilt 2012 einen Umsatzanstieg von vier bis fünf Prozent auf 39 bis 40 Milliarden Euro an - bereinigt um Währungseffekte sowie Firmenkäufe und -verkäufe. Seinen um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn will Bayer im oberen einstelligen Prozentbereich erhöhen.

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