Klöckner&Co leidet unter schwacher Stahlnachfrage

Klöckner&Co leidet unter schwacher Stahlnachfrage

Einen Verlust von insgesamt 16 Millionen Euro innerhalb der ersten drei Monate muss der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co verkraften. Besonders zu schaffen machte dem Unternehmen die ohnehin schwache Stahlnachfrage und die Zurückhaltung bei den Bestellungen.

Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co wird nach erneuten Verlusten wohl auch für 2013 keine Dividende zahlen. "Realistischerweise müssen wir das abhaken", sagte Vorstandschef Gisbert Rühl am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Zwar könne der Konzern im Gesamtjahr vielleicht noch ein "leicht positives" Ergebnis erzielen. Für eine Dividendenzahlung werde dies aber nicht reichen.

Aufgrund der Verluste stellt Rühl zudem die Jahresprognose infrage. Das Ziel eines Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 200 Millionen Euro sei zunehmend unrealistisch, so Rühl. Der Konzern sehe bisher keine Anzeichen für das ursprünglich allgemein erwartete Anziehen der Stahlnachfrage im zweiten Halbjahr. "Die Hoffnungen auf die allseits erwartete Konjunkturerholung schwinden zusehends." In den ersten drei Monaten fuhr das im MDax gelistete Unternehmen einen Verlust von 16 Millionen Euro ein.

Zuletzt hatte der Konzern für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von 30 Cent je Aktie gezahlt. KlöCo macht jedoch bereits seit längerer Zeit die schwache Stahlnachfrage zu schaffen, unter der auch Hersteller wie ThyssenKrupp und Salzgitter leiden. Die Kunden in Europa und auch in den USA hielten sich wegen der Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung mit den Bestellungen zurück. Der Konzern sehe bislang auch keine Anzeichen für das ursprünglich allgemein erwartete Anziehen der Stahlnachfrage im zweiten Halbjahr. "Die Hoffnungen auf die allseits erwartete Konjunkturerholung schwinden zusehends."

Der Manager verwies auf Schätzungen von Analysten, die KlöCo im Gesamtjahr nur einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 160 bis 170 Millionen Euro zutrauen. Von Januar bis Ende März erzielte KlöCo einen operativen Gewinn von 29 Millionen Euro nach 44 Millionen im Vorjahreszeitraum. Für das zweite Quartal stellte Rühl einen operativen Gewinn von 35 bis 45 Millionen Euro in Aussicht nach 50 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Gespräch mit Großaktionär Knauf geplant

"Bisher gibt es nichts Neues", entgegnete er auf Fragen nach dem Einstieg von Knauf. "Es wird aber in nächster Zeit ein weiteres Gespräch geben." Auf ein erstes Treffen mit Vertretern Knaufs Anfang März hatte Rühl kühl reagiert. Die Pläne Knaufs bei KlöCo seien dabei offen geblieben. KlöCo fürchtet eine Übernahme durch den Gips-Milliardär, der selbst mit Knauf Interfer im Stahlhandel aktiv ist.

Knauf hatte im Februar für gut 70 Millionen Euro 7,82 Prozent der KlöCo-Papiere gekauft und sein Engagement als "strategisch" bezeichnet. Der Aktienkurs war danach auf rund zwölf Euro gestiegen, hatte seitdem aber wieder an Wert verloren. Am Mittwoch notierte das Papier nach anfänglichen Verlusten zeitweise kaum verändert bei 9,30 Euro.

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