Kampf gegen Krise: China senkt Zinsen, England kauft Anleihen

Kampf gegen Krise: China senkt Zinsen, England kauft Anleihen

Rund um den Globus stemmen sich Notenbanken mit einem Geldregen gegen die Verschlechterung der Weltwirtschaftslage.

England machte den ersten Zug, China folgte. Rund um den Globus kämpfen die Nationalbanken mit unterschiedlichen Mitteln gegen eine Ausweitung der Krise und versuchen die globale Wirtschaft in Gang zu halten.

Bank of England weitete Anleihenkauf aus

Die britische Zentralbank setzt im Kampf gegen die Rezession und aus Angst vor einer Ansteckung durch die Schuldenkrise in Kontinentaleuropa abermals auf die Notenpresse. Wie die Bank of England am Donnerstag nach einer Sitzung ihres geldpolitischen Rats in London mitteilte, stockt sie ihr Anleihenkaufprogramm um 50 Milliarden auf 375 Milliarden Pfund auf. Der Schritt war an den Finanzmärkten erwartet worden. Es ist die insgesamt dritte Runde von Staatsanleihenkäufen. Das zweite Programm war erst vor acht Wochen ausgelaufen. Ihren Leitzins beließen die Notenbanker um Gouverneur Mervyn King bei rekordniedrigen 0,5 Prozent.

Die Zentralbanker standen bereits im Juni knapp vor weiteren Anleihekäufen. Damals unterlag King im Rat nur knapp mit einem entsprechenden Vorstoß. Da sich die Konjunktur in dem stark von der in London konzentrierten Finanzbranche abhängigen Land aber zuletzt weiter abgeschwächt hat und zudem die Schuldenkrise jenseits des Ärmelkanals sich wieder intensivierte, war nun die übergroße Mehrheit der Beobachter von weiteren Maßnahmen der Bank of England ausgegangen.

"Dunkle Wolke der Unsicherheit"

King, der sich im letzten Jahr seiner zweiten Amtszeit befindet, hatte erst vor wenigen Tagen mit Blick auf die Krise der Euro-Zone von einer "dunklen Wolke der Unsicherheit" gesprochen, wegen der Haushalte und Unternehmen nicht mehr konsumieren beziehungsweise investieren wollten. Zudem stiegen die Finanzierungskosten der Banken zuletzt deutlich an. Da die britische Wirtschaft derzeit zum zweiten Mal nacheinander in einer Rezession steckt und der Teuerungsdruck zuletzt nachließ, war nun der Weg frei für eine weitere geldpolitische Lockerung.

Überschattet wurde die Zinsentscheidung in London vom Skandal um Zinsmanipulationen, in dessen Zentrum die Großbank Barclays steht. Mit ins Zwielicht geriet zuletzt auch der Vizegouverneur der Notenbank, Paul Tucker. Er galt bislang als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge Kings im nächsten Jahr und will sich nun vor einem Untersuchungsausschuss des Parlaments rechtfertigen.

China senkt Zinsen

Die chinesische Zentralbank wiederum hat die Leitzinsen gesenkt. Der Einlagezins wurde um 25 Basispunkte auf 3 Prozent reduziert, wie die Notenbank am Donnerstag mitteilte. Den Zins für Ausleihen kappten die Währungshüter um 31 Basispunkte auf 6 Prozent. Zuletzt hatten sich die Anzeichen für eine Abschwächung der chinesischen Konjunktur verstärkt.

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