Kahlschlag bei Siemens: Konzernumbau werden 11.600 Jobs geopfert - CEO dementiert

Kahlschlag bei Siemens: Konzernumbau werden 11.600 Jobs geopfert - CEO dementiert

Siemens-Chef Joe Kaeser kündigte am Mittwoch an, 11.600 Stellen abzubauen. Vor dem angekündigten Konzernumbau sollen die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Nach seiner Rückkehr aus den USA runderte der CEO zurück.

Der Münchner Elektronikkonzern Siemens (WKN 723610, ISIN DE0007236101) baut weiter um und streicht tausende Stellen. Weltweit sind 11.600 Jobs betroffen, wie viele davon wirklich wegfallen bzw. wie viele Jobs konzernintern verteilt werden können ist noch offen. Ebenso wo abgebaut wird, das Unternehmen ist auch in Österreich stark vertreten.

Bisher gibt es von Siemens Österreich weder exakte Angaben wie viele Mitarbeiter hierzulande beschäftigt sind noch wie viele beim AMS angemeldet werden könnten. Zuletzt hieß es Siemens beschäftigte in Österreich rund 12.500 Mitarbeiter. Schon in der Vergangenheit hat der Konzern in Österreich kräftig Personal abgebaut.

Den jüngsten Angaben aus München zufolge geht es bei den Kürzungen in erster Linie um die Führungsebene. Das erklärte Vorstandschef Joe Kaeser am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz in New York.

Köpferollen im Vorstand, Straffung der Organisation

Dass die Straffung der Führungsebenen und der Wegfall der vier von Kaesers Vorgänger Peter Löscher - ein Kärntner - eingeführten Sektoren Tausende Stellen zur Disposition stellen würde, war seit langem bekannt. Neben dem Wegfall der Sektor-Organisation soll die Zahl der Divisionen von 16 auf 9 reduziert werden. Damit sollen auch die Kosten bis zum Herbst 2016 um eine Milliarde Euro gedrückt werden. Arbeitnehmervertreter waren deswegen bisher davon ausgegangen, dass zwischen 5.000 und 15.000 Stellen von dem Umbau betroffen sein könnten.

Kaeser grenzte das nun ein. In den Sektoren gehe es weltweit um 4.000, in der sogenannten Clusterorganisation um weitere 7.600 Stellen, sagte der Siemens-Chef. Bei der Vorstellungen der Umbaupläne hatte er dazu keine Angaben gemacht. Ein Sprecher betonte, dass Stellenabbau nicht zwangsläufig Jobverluste bedeuten müsse. Es sei klar, dass es faire Lösungen geben müsse. "Das heißt zum Beispiel, dass wir natürlich sehen, ob und gegebenenfalls wo wir betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an anderer Stelle im Unternehmen einsetzen können."

Betriebsrat signalisiert Entgegenkommen

Bereits bei Vorlage der Umbaupläne signalisierten Betriebsrat und Gewerkschaften Entgegenkommen. Die neue Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn hatte jüngst auf einem großen Aktionstag an rund 80 Standorten in Deutschland gesagt, dass die Neuordnung nicht nur ein Sparprogramm sein dürfe. Auch Entlassungen lehnte sie strikt ab. Zugleich begrüßte sie aber Pläne, die zu einem Abbau von Bürokratie und Doppelstrukturen führen würde. Das sei seit längerem eine wichtige Forderung der Arbeitnehmervertretung gewesen.

Die Pläne umfassen nicht die Möglichkeit, dass sich Siemens im Bieterrennen um die Alstom gegen die rivalisierende GE durchsetzen könnte. Die Arbeitnehmervertreter befürchten für diesen Fall weitere Einschnitte, wenn Siemens seine Zugsparte im Rahmen eines Deals wie vorgeschlagen an die Franzosen abgeben würde.

Kaeser dementiert

In einem Brief an seine Mitarbeiter versuchte Kaeser am Freitag, die Wogen zu glätten: "Die Meldungen sind so nicht richtig beziehungsweise völlig falsch ausgelegt", schrieb der CEO.

Er habe in einem Vortrag in New York lediglich darauf hingewiesen, welche Stellen bei Siemens von den anstehenden und teilweise bereits begonnenen Umbauten betroffen seien - das seien die zuvor erwähnten 7600 Stellen in den vier Sektoren, sowie rund 4000 in der sogenannten Clusterorganisation in den Regionen.

"In diesem Zusammenhang hatte ich dann die oben genannten Zahlen erwähnt und gleichzeitig ausdrücklich davon gesprochen, dass diese dann vorzugsweise in weiten Teilen anderweitig eingesetzt werden könnten", schrieb der Konzernchef weiter. Er sei nach seiner Rückkehr nach Deutschland von Meldungen zum Stellenabbau regelrecht überschüttet worden.

"Diese Schlagzeilen schaffen Unruhe und machen mir Sorge und Ihnen sicherlich auch", schrieb Kaeser seinen Mitarbeitern. Er wende nun direkt an die Mitarbeiter: "Erstens, weil ich dabei war und weiß, was in New York gesagt wurde und zweitens, weil ich möchte, dass Sie nie auf Drittinformationen angewiesen sind."

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