Kabel Deutschland schreibt rote Zahlen

Kabel Deutschland schreibt rote Zahlen

Wegen Zins- und Steuerlasten im Zusammenhang mit der Transaktion habe das Unternehmen im abgelaufenen Quartal 129 Millionen Euro Verlust geschrieben, teilte Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber am Montag mit. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 61 Millionen Euro zu Buche.

Vodafone hatte sich Kabel Deutschland Mitte Oktober endgültig einverleibt. Damit betreibt der britische Konzern in Deutschland neben seinem Mobilfunknetz nun auch ein eigenes Festnetz, über das er neben Fernsehdiensten auch Internet- und Telefonanschlüsse verkauft. Bisher war Vodafone dafür auf die Infrastruktur des Erzrivalen Deutsche Telekom angewiesen.

Die Sonderaufwendungen von Kabel Deutschland beliefen sich auf 206 Millionen Euro und lagen damit in der Größenordnung, die der Kabelnetzbetreiber bereits bei seiner Prognosesenkung vor einem Monat angekündigt hatte. Wegen des Eigentümerwechsels kann das Unternehmen steuerliche Verlustvorträge nicht mehr nutzen und musste zudem aufgrund einer Klausel der Banken seine Kredite neu finanzieren. Die Dividende steht deshalb weiterhin infrage.

Operativ legte Kabel Deutschland erneut zu. Dank zahlreicher neuer Kunden, die immer höherwertige Angebote buchen, stieg der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) um 8,9 Prozent auf 232 Millionen Euro zu. Die Umsatzrendite (Ebitda-Marge) kletterte auf 49,3 Prozent von 47,1 Prozent vor Jahresfrist und liegt damit über dem Ziel, das sich das Unternehmen für das Gesamtjahr vorgenommen hat: In dem Ende März ablaufenden Geschäftsjahr 2013/14 soll die Umsatzrendite auf 48 von 47,1 Prozent im Vorjahr zulegen. Der Umsatz im zurückliegenden Vierteljahr stieg um vier Prozent auf 471 Millionen Euro, wie Kabel Deutschland bereits vor einem Monat mitgeteilt hatte.

Der neue Hauptaktionär, der mehr als drei Viertel der Stimmrechte besitzt, schickte nun auch eigene Manager in den Aufsichtsrat von Kabel Deutschland. Vorsitzender des Gremiums soll Vodafone-Europa-Chef Philipp Humm werden, der früher Führungskraft der Deutschen Telekom war.

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