K+S bricht ein Viertel des Gewinns weg

K+S bricht ein Viertel des Gewinns weg

Der Gewinn des Düngemittel- und Salzherstellers K+S brach im zweiten Quartal um ein Viertel ein. In Zukunft könnten die Preise noch weiter in den Keller rutschen, weil Ende Juli eines der zwei großen Kali-Handelskonsortien auseinanderbrach.

K+S-Chef Norbert Steiner kippte deshalb bereits vor einer Woche seinen Ausblick für dieses Jahr und erwartet nun einen Gewinnrückgang. Eine konkrete Prognose wagte er am Dienstag bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal jedoch nicht.

"Verglichen mit dem außergewöhnlich hohen Absatz des Vorjahresquartals kam es im zweiten Quartal zu einer Normalisierung der Düngemittelverkäufe bei deutlich unter dem Vorjahr liegenden Preisen", räumte Steiner ein. Der
Betriebsgewinn (Ebit I) sackte um rund 26 Prozent auf 163 Millionen Euro und damit etwas stärker als von Analysten erwartet ab. Der Konzern setzte im zweiten Jahresviertel 874,5 Millionen Euro um - ein Minus von zwölf Prozent.

An der Börse kam der Zwischenbericht für die Monate April bis Juni nicht gut an: Die im Dax notierte K+S-Aktie büßte 2,6 Prozent auf 18,10 Euro ein. Seit Ende Juli hat K+S rund ein Drittel seines Börsenwerts verloren. Damit steht die Mitgliedschaft des Kasseler Unternehmens im Leitindex Dax auf der Kippe.

Bange Blicke auf die Preisentwicklung

K+S verkaufte seine Kali-Produkte im zweiten Quartal zu einem Durchschnittspreis von 309 Euro (411 Dollar) die Tonne, was einem Rückgang von neun Prozent entspricht. Sollte der Kali-Preis wie vom russischen Weltmarktführer Uralkali vorhergesagt auf unter 300 Dollar je Tonne fallen, würde sich der Druck auf K+S in den kommenden Monaten deutlich erhöhen. Im zweiten Quartal blieb K+S noch ein Überschuss von 102 Millionen Euro, 25,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. "Die Resultate blieben annähernd im Rahmen der Erwartungen, aber die Titanic war auf ihrem Weg nach New York auch gut vorangekommen", kommentierten die Analysten von Sanford C. Bernstein.

Die Kündigung des russisch-weißrussischen Kali-Kartells BPC durch Branchenprimus Uralkali hatte Ende Juli für ein Erdbeben im globalen Düngemittel-Markt gesorgt. Denn bislang sorgten BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex für nahezu identische Preise in den wichtigsten Abnehmerländern und somit für Richtpreise im Weltkali-Markt. Davon profitierten auch Anbieter wie K+S, die keinem der Bündnisse angehören. Nun will Uralkali die Lieferverträge selbst aushandeln und geht in der Folge von deutlich fallenden Preisen aus. Den Preisrutsch wollen die Russen über steigende Absatzmengen in China, Indien und Brasilien auffangen. Die Furcht vor einem Preisverfall hatte die Kurse aller großen Kali-Produzenten weltweit in den Keller stürzen lassen, K+S als Anbieter mit vergleichsweise hohen Kosten wurde besonders stark gebeutelt.

Kali-Mine in Kanada bereitet Sorgen

Wegen der Turbulenzen in der Branche hatte Steiner das bisherige Ziel für dieses Jahr begraben, den Betriebsgewinn im Vergleich zu den 804 Millionen Euro des Vorjahres leicht zu erhöhen. Die erwartete Ergebnisverbesserung im Salzgeschäft könne das Minus im Kali-Geschäft 2013 wohl nicht wettmachen. K+S will den Wettbewerb weiter beobachten und sich auf mögliche Veränderungen vorbereiten.

Der Konzern bekräftigte außerdem, dass das große Minenprojekt in Zentralkanada planmäßig voranschreite. Vor wenigen Monaten hatte Steiner einräumen müssen, dass der Bau des neuen Kali-Bergwerks gut drei Milliarden Euro kosten werde - 630 Millionen Euro mehr als zuvor geplant. Die neue Mine soll im Sommer 2016 den Betrieb aufnehmen und bis Ende 2017 eine Produktionskapazität von mindestens zwei Millionen Tonnen erreichen. Analysten setzen inzwischen jedoch ein großes Fragezeichen hinter das Projekt: "Investoren wollen wissen, wie die Finanzierung unter den verschiedenen Kalipreis-Szenarien sein wird und ob K+S eine Kapitalerhöhung erwägt - falls das benötigt wird", erklärten die Analysten von Kepler Cheuvreux. Bislang hielt sich K+S dazu bedeckt.

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