JPMorgan hat die nächste Klage am Hals

JPMorgan hat die nächste Klage am Hals

Die amerikanische Regulierungsbehörde National Credit Union Administration (NCUA) erklärte am Freitag, die Bank sei für falsche Angaben bei dem Verkauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren im Volumen von 2,2 Milliarden Dollar (1,70 Mrd. Euro) verantwortlich, die zum Zusammenbruch dreier Genossenschaftsbanken geführt hätten.

Dabei gehe es um Papiere die JP Morgan von Washington Mutual nach der Pleite des Finanzinstituts 2008 gekauft habe.

Es sei extrem teuer gewesen, den Schaden, der durch die Geschäfte von Geldhäusern wie Washington Mutual entstanden sei, "einzudämmen und zu reparieren", sagte NCUA-Chefin Debbie Matz. "Es ist daher nur richtig, dass dieses Leute, die den Schaden verursacht haben, für die Aufräumarbeiten herangezogen werden."

Es ist bereits die dritte Klage der NCUA gegen JP Morgan wegen der umstrittenen Hypothekengeschäfte, die für die globale Finanzkrise mitverantwortlich gemacht werden. Im Dezember verklagte die Aufsichtsbehörde das Geldhaus wegen Hypothekengeschäften über 3,6 Milliarden Dollar der Investmentbank Bear Stearns, die JP Morgan im März 2008 auf Geheiß der Regierung hastig übernommen hatte. Bereits im Juni 2011 wurde JP Morgan wegen eigener Hypothekengeschäfte im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar von der NCUA verklagt. Beide Verfahren laufen noch.

Ähnliche Verfahren im Zusammenhang mit der Bündelung von Hypothekenkredite zu Wertpapieren während des US-Wohnbaubooms hat die NCUA auch gegen andere Institute wie Goldman Sachs, Barclays, die Royal Bank of Scotland, Credit Suisse und UBS eingeleitet. Entsprechende Forderungen der Behörde gegenüber der Deutschen Bank, der Citigroup und der HSBC wurden auf dem Verhandlungsweg geregelt. Nach dem Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein.

BofA trennt sich weiter von Hypothekenkrediten

Die Bank of America (BofA) will indes offenbar die Verwaltung von Hypothekenkrediten im Volumen von 300 Milliarden Dollar (231,41 Mrd. Euro) abgeben. Damit wolle sich die US-Großbank weiter aus diesem Geschäftsfeld zurückziehen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Freitag. Zu den Interessenten zählten Ocwen Financial, Nationstar Mortgage und Walter Investment Management. Ein BofA-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern. Nationstar, Ocwen und Walter waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Bank of America hatte sich bereits im Juni von einem Teil ihrer Hypothekenverwaltung getrennt. Andere US-Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs taten ihr dies gleich. Dieser Markt, der früher als sehr lukrativ galt, wird angesichts umstrittener Zwangsvollstreckungs-Praktiken nun stärker reglementiert. Dies führte zu höheren Kosten.

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