Italien erwägt Veräußerung des Familiensilbers

Italien erwägt Veräußerung des Familiensilbers

"Wir planen zwar vorerst keine Veräußerung unserer Anteile an Eni und Enel, doch in Zukunft kann man darüber diskutieren und es ist nicht auszuschließen, dass diese Beteiligungen verwertet werden", sagte Italiens Vize-Industrieminister Claudio De Vincenti in einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer am Dienstag in Rom.

Premier Mario Monti überlegt nach Angaben italienischer Medien, die zweite große Privatisierungswelle in der Geschichte seines Landes nach den massiven Veräußerungen staatlicher Unternehmen Anfang der 90er Jahre in die Wege leiten. Mit dem Verkauf des Familiensilbers will Monti ein Zeichen seiner Entschlossenheit im Kampf gegen die Staatsschulden setzen. Die Unternehmensbeteiligungen, die im Laufe des nächsten Jahres privatisiert werden sollen, will die Regierung dazu in einen neu eingerichteten Fonds unter Kontrolle der staatlichen Förderbank CDP bündeln.

Beteiligungen an Eni und Enel sowie an dem halbstaatlichen Netzbetreiber Terna könnten laut Experten aus Regierungskreisen leicht veräußert werden. Der Staat könnte auch Häfen, Autobahnkonzessionen und Bahnstrecken privatisieren. Sogar Anteile an der Rundfunkanstalt RAI sollen teilweise abgegeben werden. Damit soll dem gewaltigen Verlust der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt entgegengewirkt werden, der im Vorjahr mehr als 120 Millionen Euro betragen hat und heuer bis Jahresende auf 200 Millionen Euro klettern könnte.

Mit den Privatisierungen will die Regierung Monti Italiens Verschuldung eindämmen, die im Juni ein Rekordhoch von 1,972 Milliarden Euro erreicht hat. Trotz der Rezession hat der italienische Wirtschaftsminister Vittorio Grilli weitere Sparmaßnahmen zur Eindämmung der Verschuldung ausgeschlossen.

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