IPO des deutschen Leuchten-Herstellers Hess

Der deutsche Straßen- und Haus-Leuchten-Hersteller Hess will mit seinem Börsengang noch im Oktober rund 50 Millionen Euro einsammeln.

IPO des deutschen Leuchten-Herstellers Hess

Das Familienunternehmen aus Villingen-Schwenningen im Schwarzwald (Baden-Württemberg) plant seine Erstnotiz im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse für den 19. Oktober, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht. Von Montag an können Anleger bis zum 17. Oktober bis zu 2,645 Mio. Papiere in einer Spanne von 20 bis 23 Euro zeichnen. Organisiert wird der Börsengang von der Landesbank Baden-Württemberg, begleitet von Kempen & Co und M.M. Warburg. Das Geld soll in die Expansion und den Ausbau des LED-Leuchten-Geschäfts fließen, zudem will Hess zehn Mio. Euro Schulden tilgen.

Vorstandschef Christoph Hess und sein Vater Jürgen geben bei dem Börsengang die Mehrheit an dem Unternehmen ab. Werden alle Aktien verkauft, sinkt ihre Beteiligung auf 33,3 von bisher 71,4 Prozent. Der 2011 an Bord genommene Finanzinvestor Holland Private Equity (HPE) lässt seinen Anteil auf 16 von 28,6 Prozent verwässern. 50,7 Prozent der Aktien wären dann im Streubesitz. 2,3 Mio. Papiere kommen aus einer Kapitalerhöhung, mit der die Hess AG in der Mitte der Preisspanne 49,5 Mio. Euro einnehmen würde. Die beiden Familienaktionäre stellen nur die Platzierungsreserve (Greenshoe), die ihnen rund 7,9 Mio. Euro einbringen würde.

Das Unternehmen hat dem Prospekt zufolge im vergangenen Jahr 68,1 Mio. Euro umgesetzt und netto knapp 1,3 Mio. Euro verdient. Im März 2012 kaufte Hess den Lichtkunst-Spezialisten emdelight für bis zu 5,3 Mio. Euro, den bis dahin größten Kunden des Unternehmens. Emdelight sorgt unter anderem für die Außenbeleuchtung des gelb angestrahlten Commerzbank-Towers in Frankfurt. Für das laufende Jahr stellte Hess ein Umsatzplus in Aussicht. In den ersten sechs Monaten standen - mit emdelight - ein Umsatz von 38,6 Mio. Euro und ein Gewinn von 600.000 Euro zu Buche. Auf eine Dividende müssen die Anteilseigner aber 2012 und 2013 noch verzichten, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

Hess setzt auf den erzwungenen technologischen Wandel bei Straßenleuchten. Die weit verbreiteten Quecksilberdampf-Lampen müssen bis 2015 in Europa ersetzt werden. Sie sollen von LED-Lampen abgelöst werden. Zu den Konkurrenten zählt Hess zumindest in Teilbereichen die österreichische Zumtobel, die schwedische Fagerhult und Firmen wie Cree aus den USA und Dialight aus Großbritannien.