Infineon ist zurück in der Spur

Infineon ist zurück in der Spur

Deutschlands größter Halbleiterhersteller Infineon blickt nach einer langen Durstrecke besseren Zeiten entgegen.

"Die Talsohle ist durchschritten. Unsere Orderbücher füllen sich, wenn auch noch recht kurzfristig", erklärte Vorstandschef Reinhard Ploss am Donnerstag zur Vorlage der Quartalszahlen bis Ende März. Der optimistische Ausblick sorgte an der Börse für einen Kursschub: Der Kurs der Infineon-Aktie kletterte zeitweise um mehr als acht Prozent.

Zwar brach der Überschuss im zweiten Viertel des Geschäftsjahres 2012/13 binnen Jahrsfrist um 70 Prozent auf 33 Millionen Euro ein. Zum Vorquartal verbesserte der Dax-Konzern aber dank einer Stabilisierung seiner Geschäfte mit der Autobranche den Überschuss um deutliche 74 Prozent. Analysten hatten Infineon im Schnitt nur einen Gewinn von 30,9 Millionen Euro zugetraut. Infineon-Chef Ploss äußerte sich zuversichtlich zum weiteren Geschäftsverlauf. "Wie im vergangenen November prognostiziert, wachsen unsere Märkte in der zweiten Geschäftsjahreshälfte deutlich", erklärte der Manager, der seit Oktober das Ruder bei Infineon führt.

Für das gesamte Geschäftsjahr (bis Ende September) erwartet Infineon nun einen Umsatz und eine Segmentergebnis-Marge im oberen Bereich der bisher in Aussicht gestellten Spanne. Infineon hatte für das Geschäftsjahr einen Rückgang der Umsätze um fünf bis neun Prozent und eine operative Rendite von fünf bis neun Prozent prognostiziert. Im abgelaufenen Quartal baute Infineon seine Segmentergebnis-Rendite bereits auf 7,4 Prozent aus nach sehr schwachen 5,2 Prozent im vorangegangenen Weihnachtsquartal.

Bei Analysten konnte der Konzern mit seinem Quartalsbericht punkten. "Infineon ist gut aufgestellt und vorbereitet für einen Aufschwung", kommentierte die DZ Bank. Der Chiphersteller könne überproportional von der nächsten konjunkturellen Erholung profitieren.

Drittes Infineon-Quartal soll stark werden

Infineon hatte zuletzt wegen der schwachen Chipkonjunktur mit schrumpfenden Umsätzen zu kämpfen. Vor allem die flaue Nachfrage seiner Industriekunden hatte Infineon zu schaffen gemacht. In Reaktion auf den Branchenabschwung hatte Firmenchef Ploss im Herbst die Investitionen eingedampft und einen scharfen Sparkurs eingeschlagen, um auch in der Flaute nicht aus der Gewinnzone abzurutschen. Das zahlt sich nun aus. Schon im Februar hatte das Management davon gesprochen, dass der zyklische Tiefpunkt inzwischen erreicht sei.

Für das laufende dritte Quartal bis Ende Juni stellten die Neubiberger nun einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro in Aussicht. Alle Segmente würden voraussichtlich zum Wachstum beitragen. Ploss rechnet mit einer operativen Marge von rund zehn Prozent - das wäre eine deutliche Verbesserung zum zweiten Quartal.

Auch der US-Rivale Texas Instruments hatte zuletzt eine Erholung der Chip-Nachfrage prognostiziert und dies unter anderem mit einer höheren Nachfrage aus der Autobranche begründet. Mit seinen Zahlen zum Auftaktquartal lag Texas Instruments leicht über den Analystenerwartungen.

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