Immerhin: UBS schreibt schwarze Zahlen

Immerhin: UBS schreibt schwarze Zahlen

Die FINMA hält die Kontrollmechanismen der UBS für unzureichend und fordert daher höhere Kapitalpuffer. Für Bankchef Sergio Ermotti steht damit fest: Die 2015 angepeilte Eigenkapitalrendite von 15 Prozent werde nun frühestens ein Jahr später erreicht. Im dritten Quartal lief es auch in den Kerngeschäftsfeldern Investmentbanking und Vermögensverwaltung nicht so rund wie erhofft. Der Gewinn schrumpfte im Vergleich zum Frühsommer, was viele Investoren enttäuschte.

Die UBS muss ihre Bilanzrisiken nun auf Geheiß der FINMA um 28 Milliarden Franken, sprich mehr als zehn Prozent, höher bewerten als bisher, wie sie am Dienstag mitteilte. Ermotti bleibt trotz des Tadels optimistisch. "Auf jeder Fahrt rumpelt es hin und wieder", sagte er. Er sei sich sicher, dass die Aufseher ihren Strafzuschlag bald wieder reduzierten.

Für Anleger war die Ankündigung dennoch ein Schock. Die Aktie verlor mehr als sieben Prozent auf knapp 18 Franken. Hoffnungen von Analysten, dass die Dividende schon im nächsten Jahr deutlich höher ausfallen könnte, zerschlugen sich. Mehr als 50 Prozent des Gewinns will die Bank erst 2015 ausschütten, wenn die Eigenkapitalquote, die sich wegen des FINMA-Zuschlags auf 11,6 Prozent vermindert, 13 Prozent erreicht hat. "Darauf arbeiten wir weiter hin", sagte Ermotti.

Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten bleiben hoch

Seit Ermotti und UBS-Präsident Axel Weber Anfang des Jahrzehnts das Ruder übernommen haben, sind Rechtsstreitigkeiten durch Vergleiche zügig geregelt worden. Allein diesen Sommer zahlte das Institut eine Milliarde Dollar im Zusammenhang mit dem fragwürdigen Verkauf amerikanischer Hypothekenpapiere. Der Skandal um die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor kostete 1,4 Milliarden Franken (1,1 Milliarden Euro). Der Londoner Handelsskandal vor zwei Jahren schlug trotz eines Milliarden-Schadens mit einer vergleichsweise geringen Buße von 30 Millionen Pfund (35 Millionen Euro) zu Buche.

Weitere Lasten drohen. Er gehe davon aus, "dass sich die Belastungen für Rechtsfälle und regulatorische Angelegenheiten auch im nächsten Jahr auf einem erhöhten Niveau bewegen werden", sagte Finanzchef Tom Naratil. Die UBS legte zusätzlich 580 Millionen Franken für juristische Streitigkeiten zur Seite - insgesamt sind es nun 1,7 Milliarden Franken. Derzeit nimmt die Bank das eigene Devisengeschäft unter die Lupe, da die Aufseher bei einigen Instituten einen neuen Manipulationsskandal vermuten. Die UBS und andere Geldhäuser hätten deswegen Anfragen von Aufsichtsbehörden erhalten, erklärte Ermotti.

Ähnlich wie den Schweizern geht es auch der Deutschen Bank. Sie legte allein im dritten Quartal 1,2 Milliarden Euro zur Seite und hält mittlerweile mehr als vier Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten vor. Großaktionäre kritisieren, dass sich die Deutsche Bank im Vergleich zur UBS mehr Zeit damit lässt, die Auseinandersetzungen beizulegen.

Vermögensverwaltung kommt nicht in Schwung

Während die Deutsche Bank wegen der Rückstellungen im Quartal nur noch auf einen Gewinn von 51 Millionen Euro kommt, bleiben der UBS unter dem Strich noch 577 Millionen Franken (465 Millionen Euro). Dazu trugen auch Steuergutschriften bei. Im Vorquartal war es mehr, aber ein Jahr zuvor hatte die Bank nach Milliarden-Abschreibungen unter dem Strich einen Verlust von 2,13 Milliarden Franken eingefahren.

Im Investmentbanking sanken die Einnahmen nun und der Spartengewinn blieb um zwei Drittel unter dem Vorquartal. Auch die Kernsparte Vermögensverwaltung kam nicht in Schwung. Der Gewinn dieses Bereichs fiel mit 555 Millionen Franken fast genauso hoch aus wie in den drei Monaten davor und lag knapp 30 Millionen Franken niedriger als ein Jahr vorher. Reiche und Superreiche brachten mit fünf Milliarden Franken netto halb so viel neues Geld zur Bank wie im zweiten Quartal. Der Haushaltsstreit in den USA, die Schuldenkrise in Europa und die Unsicherheit über die Zinsentwicklung verunsicherten reiche und superreiche Anleger. Vor allem die Asiaten, die gerne auf Kredit spekulieren, hielten sich zurück. "Von daher ist es sehr schwer zu sehen, dass der Risikoappetit der Kunden wachsen wird," sagte der Konzernchef. Immer noch ließen Anleger fast 30 Prozent ihrer Vermögen auf Bankkonten liegen lassen.

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