Immer mehr japanische Firmen bremsen Engagement in China

Immer mehr japanische Firmen bremsen Engagement in China

Die anti-japanischen Proteste in China halten wegen des Streits um eine unbewohnte Inselgruppe an. "Löscht alle japanischen Hunde aus", war auf einem Plakat zu lesen, das Demonstranten am Dienstag vor der von Polizisten gesicherten japanischen Botschaft in Peking in die Höhe hielten.

Auch in anderen Landesteilen wurde protestiert, was immer mehr japanische Unternehmen - darunter Schwergewichte wie Toyota und Sony - veranlasste, die Produktion in einigen Werken auszusetzen. Hunderte Geschäfte blieben ebenfalls geschlossen. Japan-Restaurants verbarrikadierten die Türen aus Angst vor Überfällen. Für Wirbel sorgte ein Medienbericht, wonach sich zwei Japaner kurzzeitig auf einer der umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer aufgehalten haben sollen. Das chinesische Außenministerium sprach von einem provokativen Akt. Gleichzeitig steuerte eine Flotte von etwa tausend chinesischen Fischerbooten auf die Inselgruppe zu, die in fischreichen Gewässern liegt. Zudem werden umfangreiche Gasvorkommen unter dem Ozean vermutet.

Sony lässt zwei Werke am Dienstag zu. Die Fahrzeughersteller Yamaha und Suzuki erklärten, die Motorradfertigung werde in einigen Betrieben zeitweise eingestellt. Auch der Baumaschinenhersteller Komatsu lässt einige Fertigungslinien stillstehen.

Hitachi Construction Machinery teilte mit, 25 japanische Beschäftigte würden aus Sicherheitsgründen nach Japan zurückbeordert. Der Handelskonzern Aeon teilte mit, 30 seiner 35 Supermärkte in China blieben geschlossen. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, auch der Autohersteller Toyota Motor werde die Fertigung in einigen Produktionsstätten in China einstellen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Toyota prüfe noch die Lage.

In China waren die anti-japanischen Proteste am Sonntag eskaliert: Die Wut der Demonstranten richtete sich vor allem gegen diplomatische Einrichtungen Japans. Es wurden aber auch japanische Supermärkte geplündert und Firmengebäude angezündet. Toyota und Honda berichteten von heftigen Schäden in der ostchinesischen Stadt Qingdao.

Die Proteste hatten sich entzündet, nachdem die japanische Regierung vergangene Woche trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil einer unbewohnten Inselgruppe im Ostchinesischen Meer einem privaten japanischen Besitzer abgekauft hatte. Die japanische Regierung wollte dadurch nach eigenen Angaben verhindern, dass die Inselgruppe bebaut wird. In China, das die Inselgruppe ebenfalls beansprucht, löste der Schritt dennoch Wut und Empörung aus.

Mehrere japanische Konzerne wie Canon, Panasonic, Mazda, Honda und Nissan haben die Produktion in chinesischen Werken bereits vorübergehend eingestellt.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge