HP streicht 16.000 Jobs

HP streicht 16.000 Jobs

Weitere 16.000 Jobs sollen gestrichen werden. Denn das Geschäft kommt trotz zuletzt positiver Einschätzungen des Managements nicht in Schwung. Im abgelaufenen Quartal bis Ende April fiel der Umsatz das elfte Mal in Folge, wie das US-Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte.

Das Minus betrug ein Prozent auf 27,3 Milliarden Dollar, mehr als von Börsianern erwartet. Der Nettogewinn stagnierte bei 1,7 Milliarden Dollar. HP-Aktien büßten daraufhin mehr als zwei Prozent ein.

Der 1939 in einer Garage gegründete Konzern hat den Taschenrechner erfunden und war lange der weltgrößte Computer-Hersteller. HP war zudem Symbol der Stärke der Technologiefirmen im Silicon Valley. In den vergangenen Jahren haben die Amerikaner aber den Anschluss verloren, leiden unter dem Trend zu Smartphones und Tablets. Hier dominieren andere Anbieter wie Apple und Samsung. Klassische PCs werden dagegen immer weniger nachgefragt. Im Sommer 2013 wurde HP vom chinesischen Computerbauer Lenovo überholt. Strategieschwenks und Personalwechsel brachten HP nicht den erhofften Erfolg.

Vor drei Monaten hatte Firmenchefin Whitman noch überraschend starke Zahlen präsentiert und erklärt, HP sei "in der besten Position seit langer Zeit". Zusammen mit dem jetzt angekündigten Stellenabbau ist sie für die Streichung von 20 Prozent der einst 250.000 Arbeitsplätze verantwortlich. Die Managerin will den Konzern stärker auf IT-Dienstleistungen ausrichten und so der Talfahrt ein Ende setzen.

Whitman sieht HP trotz allem auf Kurs

Whitman sagte, HP sei weiter auf Kurs, die Wende zu schaffen. Die neuen Einsparungen unterstrichen, dass der Konzern dabei sei, sich zu verschlanken. Die HP-Chefin hatte einst den Abbau von 27.000 Stellen angekündigt, im vergangenen Jahr war dann von 37.000 die Rede. Nun kommen 11.000 bis 16.000 weitere in verschiedenen Geschäftsbereichen und mehreren Ländern hinzu, um die Kosten zu senken.

Branchenexperten reagierten verhalten auf die jüngsten Einschnitte. "Man muss sich schon Gedanken machen, ob der ständige Stellenabbau sich letztlich nicht auf die Moral der Beschäftigten niederschlägt. Bisher war die Entwicklung eher besorgniserregend", sagte Analyst Amit Daryanani.

Whitman betonte, in Forschung und Entwicklung werde nicht gespart. Sie setzt für künftiges Wachstum auf Angebote jenseits des klassischen Rechnergeschäfts. Nach dem Vorbild von IBM soll es einen stärkeren Fokus auf das lukrativere Service-Geschäft für Unternehmen geben. Aber ähnlich wie bei IBM und dem Netzwerktechniker Cisco läuft es für HP ausgerechnet in der Wachstumsregion China mau. Die Unternehmen leiden unter den Folgen der Späh-Attacken des US-Geheimdienstes NSA, die im Fernen Osten das Misstrauen gegen amerikanische IT-Firmen wachsen lassen.

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