Hochwasser-Katastrophen setzen Versicherungswerten schwer zu

Hochwasser-Katastrophen setzen Versicherungswerten schwer zu

Die Furcht vor hohen Schadenszahlungen angesichts der Hochwasser-Katastrophen in Europa hat den Versicherungswerten am Montag zu schaffen gemacht.

Deutsche Versicherungswerte haben am Montag an der Börse Frankfurt angesichts der Hochwasser-Katastrophen nachgegeben. Ausgelöst wurden die Kursverluste durch Befürchtungen, dass die teilweise schlimmsten Überflutungen in Deutschland seit mehr als 50 Jahren das Ergebnis belasten werden.

Die Titel von Munich Re, dem weltgrößten Rückversicherer, sackten in der Spitze um 3,9 Prozent auf 139,01 Euro ab, was der niedrigste Innertageskurs seit dem 5. März ist. Zuletzt notierte die Aktie 1,4 Prozent niedriger. Die Titel des kleineren Konkurrenten Hannover Rück fielen um 2,9 Prozent, während Allianz SE, der größte europäische Versicherungskonzern, 1,5 Prozent niedriger gehandelt wurde.

Das Hochwasser, das am Wochenende in Mitteleuropa Schäden anrichtete, verschlimmerte sich am Montag in Ost- und Süddeutschland. Große Teile der historischen Altstadt von Passau, wo die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, standen unter Wasser. Die Bundeswehr wurde zur Hilfe in den Katastrophengebieten in Sachsen, Thüringen und Bayern eingesetzt. Die Verwüstungen erinnerten an die Überflutungen aus dem Jahr 2002, die zu Ernteausfällen sowie Massenevakuierungen führten und Schäden an Gebäuden anrichteten, beispielweise an der Semper-Oper in Dresden.

"Verluste dürfen nicht übergroß sein"

“Es wird gewisse Verluste geben, aber sie dürften nicht übergroß sein”, sagte Ben Cohen, Analyst bei Canaccord Genuity in London. “Aber es ist noch zu früh, um etwas zu sagen, das Wetter könnte sich noch ändern und der Regen zunehmen.” Cohen empfiehlt den Anlegern die Aktien von Allianz und Munich Re zum Kauf und stuft Hannover Rück mit Halten ein.

Fast doppelt so viel Regen wie gewöhnlich machte den vergangenen Monat zum zweit-regenreichsten Mai seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Main mit.

Der Pegelstand der Donau in Passau übertraf die 12,2 Meter von 1954, berichtete Stefan Zoller, Sprecher des bayerischen Umweltministeriums. DWD rechnet im Tagesverlauf mit heftigem Regen zwischen Sachsen und den Bayerischen Alpen.

Die Versicherungsschäden beim Hochwasser in Mittel- und Osteuropa im Jahr 2002 beliefen sich auf 3 Milliarden Dollar, so Munich Re. Die Verluste für die Versicherungsbranche werden voraussichtlich niedriger sein als bei vorherigen Rekord- Pegelständen, da die Städte und Gemeinden ihren Schutz verbessert haben und das Hochwasser ländliche Gebiete stärker getroffen hat als die Städte, so Cohen.

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