Hochtief baut höher

Hochtief baut höher

Im Gesamtjahr will Hochtief nach dem bereits erfolgten Verkauf von zwei Sparten vor Steuern (EBT) 580 bis 660 Millionen Euro verdienen, unter dem Strich sollen es 160 bis 220 Millionen Euro sein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der vom spanischen Mehrheitseigner ACS entsandte Verdes will den Konzern auf Gewinn trimmen.

"Wir sind auf einem sehr guten Weg, unsere Strategie umzusetzen", betonte Verdes. Er hat Hochtief verordnet, sich auf traditionelle Stärken im Baugeschäft zu konzentrieren. Hochtief soll so vor allem im Infrastrukturgeschäft wachsen. Der seit November amtierende spanische Manager geht damit einen anderen Weg als Konkurrent Bilfinger, der verstärkt auf Dienstleistungen setzt.

Im zweiten Quartal verbuchte der Baukonzern bei Umsatzerlösen von 7,1 (Vorjahr: 6,4) Milliarden Euro und Auftragseingängen von sechs (8,65) Milliarden Euro ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 328,2 (164,8) Millionen Euro. Unter dem Strich und nach Minderheiten stand ein Gewinn von 82,7 Millionen Euro - nach einem Verlust im Vorjahr. Die Ergebniszahlen beinhalten neben Ergebnissteigerungen der Hochtief-Sparten auch Erlöse aus Verkäufen - die australische Tochter Leighton hatte sich etwa von Telekommunikationsgesellschaften getrennt. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Ergebnis vor Steuern von 156 Millionen Euro und einen Gewinn von 36,2 Millionen Euro erwartet.

Verdes hat bereits das Service-Geschäft Hochtiefs mit knapp 6000 Mitarbeitern an die französische Spie-Gruppe verkauft. Auch die Flughafen-Beteiligungen veräußerte der Konzern. Damit hat Verdes seine Verkaufsliste aber noch nicht abgearbeitet. Für Immobilientwickler - unter anderem auch die Immobilien-Tochter Aurelis, an der der Konzern rund die Hälfte der Anteile kontrolliert - sucht Verdes strategische Partner oder will sie veräußern. "Die Gespräche verlaufen positiv", teilte Hochtief mit. Im Europa-Geschäft will der Manager zudem die Kosten drücken, bis zu 60 Millionen Euro sollen gespart werden.

Verdes arbeitet aber nicht nur an Verkäufen. Hochtief kauft etwa eigene Aktien und hat die Anteile an der australischen Tochter Leighton aufgestockt. Der Manager will nun weitere Leighton-Aktien einsammeln. Die Anteilskäufe dürften auch den spanischen Mehrheitseigner ACS freuen. Denn die von Hochtief gehaltenen eigenen Aktien werden ACS zugerechnet, der spanische Konzern kann seinen Griff um Hochtief damit weiter festigen.

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