Hochfrequenz-Händler im Visier des FBI

Hochfrequenz-Händler im Visier des FBI

Agenten der US-Bundespolizei FBI untersuchen, ob Hochfrequenzhändler aufgrund nichtöffentlicher Informationen handeln, um sich einen Vorteil gegenüber Konkurrenten zu verschaffen und damit gegen amerikanische Gesetze verstoßen.

Die Untersuchungen des FBI rühren von jahrelangen Ermittlungen wegen Insiderhandels her, die inzwischen zu mindestens 79 Verurteilungen von Hedgefondshändlern und anderen Personen führten. Unter anderem prüfen die FBI-Agenten, ob Händler Informationen nutzen, um Orders von institutionellen Investoren zuvorzukommen, wie ein Sprecher der Behörde erklärte. Auch Transaktionen, die auf Computer-Algorithmen beruhen, können den Tatbestand des Wertpapierbetrugs, des Insiderhandels oder des Betrugs mittels Telekommunikationsmitteln erfüllen.

Beim Hochfrequenzhandel nutzen Unternehmen superschnelle Computer, um Orders innerhalb von Tausendstel- oder Millionstel- Sekunden aufzugeben und zurückzuziehen. Damit wollen sie von Kursdifferenzen profitieren. Neben dem FBI ermittelt inzwischen eine ganze Reihe von Behörden im Zusammenhang mit dieser Handelspraxis. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat eine breit angelegte Untersuchung eröffnet, ob amerikanische Börsen und andere Handelsplätze diesen Händlern unangemessene Vorteile gewähren.

Flash Crash

Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte der Hochgeschwindigkeitshandel im Mai 2010, als beim sogenannten “Flash Crash” der Benchmarkindex Dow Jones Industrial Average annähernd 1000 Punkte verlor. Kritiker argumentieren, der superschnelle Handel erfülle keinen rechten Zweck, verzerre wohl die Märkte und benachteilige vermutlich private Anleger.

Das FBI hat den Hochgeschwindigkeitshandel bereits seit vergangenem Jahr im Blick, noch bevor Schneiderman im März seine Ermittlungen bekanntgab. Die amerikanischen Aufsichtsbehörden für die Wertpapiermärkte ziehen schon seit Jahren Beschränkungen für diese Handelspraxis in Erwägung.

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