Historischer Zusammenschluss: Air France-KLM will Alitalia

Einem Bericht der italienischen Zeitung "Il Messaggero" zufolge befinden sich die Verhandlungen zwischen Air France-KLM und Alitalia in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Übernahme der Kontrolle solle bis zum Sommer vollzogen sein.

Historischer Zusammenschluss: Air France-KLM will Alitalia

Derzeit gehört Alitalia dem CAI-Konsortium, das die insolvente Fluggesellschaft 2008 für rund eine Milliarde Euro gekauft hat. Air France-KLM biete den Aktionären einen 20-prozentigen Aufschlag auf den Preis, den sie 2008 bezahlt hätten, berichtete die Zeitung ohne Nennung von Quellen.

Alitalia-Chef Andrea Ragnetti glaubt, dass die krisengeschüttelte italienische Airline ihre Unabhängigkeit verlieren wird. "Ich glaube nicht, dass Alitalia eine unabhängige Zukunft haben wird. Wir hätten große Vorteile, wenn wir einer größeren Gruppe angehören würden. Uns stehen verschiedene Möglichkeiten bevor. Wenn sie reif sein werden, werden unsere Aktionäre einen Beschluss ergreifen", erklärte Ragnetti bereits im Dezember der römischen Tageszeitung "La Repubblica".

Alitalia habe die Auswirkungen der Rezession auf dem Heimmarkt Italien stark zu spüren bekommen. Trotzdem sei sie "saniert und gut verwaltet. Sie ist fünf Mal mehr wert als 2008", sagte Ragnetti. Die Gesellschaft erlebe schwierige Monate, doch sie werde den Neustart schaffen.

Steht Turnaround bevor?

Italien bangt um die Zukunft des Ex-Monopolisten, der seit der Vollprivatisierung vor vier Jahren Verluste von 700 Mio. Euro angesammelt hat. Allein im ersten Halbjahr verdoppelten sich die Verluste der Fluggesellschaft auf 201 Mio. Euro. Im dritten Quartal konnte Alitalia allerdings einen Nettogewinn von 27 Millionen Euro ausweisen. Die Italiener haben sich das Ziel gesetzt, bis Ende 2012 die Gewinnschwelle zu überschreiten, die sie seit ihrer Privatisierung Ende 2008 noch nie erreicht hatte.

Die Nettoschulden von Alitalia stiegen bis Ende September aber auf 923 Millionen Euro.

Eine starke Belastung ist für Alitalia - neben Spritpreisen und Flugsteuer - die Konkurrenz von Billigflieger Ryanair, die im Vorjahr zur stärksten Fluggesellschaft im Land aufgerückt ist. Auch die Hochgeschwindigkeitszüge machen Alitalia zu schaffen.