Heuschrecken-Sterben in Asien

Heuschrecken-Sterben in Asien

“Ich entschied mich, den Zyklus nicht auszusitzen, sondern etwas Produktiveres mit meiner Zeit zu machen”, sagte der 53- Jährige im Gespräch mit Bloomberg News. Er blieb zwar in der Gegend, führt nun jedoch das lokale Büro des CFA Institute, einer nicht auf Gewinn ausgerichteten Organisation.

“Die Hedgefonds-Branche in Asien wird weiter über die kommenden Jahre damit zu kämpfen haben, Gelder einzusammeln.” Als einen der Gründe nannte er die Liquiditätsprobleme von Banken. Hedgefonds-Manager, Händler und Analysten in Asien geben in diesen Tagen zuhauf ihre Jobs auf, nachdem die Branche sich dort bislang noch immer nicht von der globalen Finanzkrise in 2008 erholen konnte. Handelsverluste machen es für die meisten Fonds unmöglich, Provisionen einzusammeln, die an die Entwicklung der betreuten Gelder gebunden sind.

Stattdessen gehen sie bei traditionellen Investmentfonds, Stiftungen, Beratungsfirmen oder auch Unternehmen jenseits der Vermögensverwaltung an Bord. Oft ist dieser Schritt mit einem Einschnitt der Bezüge verbunden.

Die Vermögenswerte asiatischer Hedgefonds befinden sich derzeit rund 28 Prozent unter ihrem Hoch von 2007, wie die Zahlen des Datenanbieters Eurekahedge belegen. Ein ganz anderes Bild zeigt sich auf globaler Ebene. Hier stieg das Geld, welches von den Fonds verwaltet wird, seit 2007 um 21 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 2,3 Bill. Dollar im Dezember. Grundlage für die Angaben sind Daten von Hedge Fund Research aus Chicago.

In den beiden Jahren bis Dezember 2012 wurden unterm Strich 296 asiatische Hedgefonds liquidiert. Im Vergleich zu den Neu-Starts in diesem Zeitraum sind dies 33 mehr. Auch in diesem Fall ergibt sich auf weltweite Sicht ein anderes Bild: Hier lag die Zahl der neu gegründeten Fonds mit 1839 deutlich über der Anzahl der geschlossenen Fonds (371), laut Eurekahedge.

“Fünf Jahre später sind viele dieser Jungs einfach der großen Schwankungen bei den Hedgefonds-Bezügen überdrüssig. Einige sind überhaupt noch nicht in den Genuss der süßen Versprechen von Hedgefonds-Auszahlungen gekommen”, sagte Will Tan, Managing Director beim Personalberater Principle Partners in Singapur. “Investoren werden selektiver, das aufsichtsrechtliche Umfeld wird härter. Hinzu kommen die unbeständige Performance von Hedgefonds sowie der Gesamtzustand der Finanzbranche. All das hat dazu beigetragen, dass langjährige Veteranen die Hedgefonds-Industrie verlassen.”

Vergangene Hochzeiten

Dabei waren die asiatischen Hedgefonds einst überaus erfolgreich. Ihr verwaltetes Vermögen verneunfachte sich zwischen 2000 und 2007 auf 176 Mrd. Dollar - noch im letzten Jahr dieses Zeitraums ging es 32 Prozent nach oben, belegen Daten von Eurekahedge.

Eine Vielzahl von Hedgefonds-Managern und Händlern, die vor dem Hoch der Branche von 2007 an Bord gekommen waren, haben sich längst nach Alternativen umgeschaut. Dazu zählt etwa Kenrick Leung, der einen asiatischen Fonds für Sofaer Capital mitverwaltete. Er arbeitet heute für die Pariser Amundi Asset Management. Chris Seabolt, einst Händler in Hongkong für die Hedgefondsfirma TPG-Axon Capital Management, zählt inzwischen zu den Mitarbeitern bei Fidelity Management & Research. Beide Männer wollten sich auf Nachfrage von Bloomberg News nicht äußern.

Andere investieren indes privat wegen des Mangels an geeigneten Jobs und den Schwierigkeiten beim Einsammeln von Geld für neue Fonds, erklärte Marvin Kelly. Er stand 18 Jahre in den Diensten der Credit Suisse und verließ die Bank, als sie 2010 ihren Eigenhandel zurückfuhr.
“Es ist schwierig, in diesem Umfeld einen Fonds zu gründen. Offenbar bevorzugen Investoren große, bekannte Manager”, sagte der 50-Jährige. Er investiert inzwischen sein eigenes Geld über Quaternion Capital Management.

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