Heidelberger Druckmaschinen: Das Tal der Tränen ist beinahe durchschritten

Heidelberger Druckmaschinen: Das Tal der Tränen ist beinahe durchschritten

Im operativen Geschäft senkte der Weltmarktführer für Druckmaschinen, Heidelberger Druckmaschinen, im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2013/14 (31. März) den Verlust deutlich auf zwei Millionen Euro. "Unsere Kostensenkungen greifen", sagte Vorstandschef Gerold Linzbach.

Vor Jahresfrist war operativ noch ein Minus von 47 Millionen Euro eingefahren worden. Weltweit wurden unrentable Geschäfte gestrichen. "Ertrag hat Vorrang vor Umsatz", sagte Linzbach.

Mit dieser Marschroute soll Heideldruck Ende dieses Geschäftsjahres schwarze Zahlen drucken. "Wir sind zuversichtlich, im Gesamtjahr profitabel zu sein und wieder einen Gewinn auszuweisen", sagte der Vorstandschef. Der Konzern mit einem Weltmarktanteil von rund 40 Prozent hatte zuletzt 2008 einen Gewinn verbucht, die zögerliche Nachfrage der Druckereien in Industrieländern nach neuen Maschinen hat den Umsatz seither um ein Viertel einbrechen lassen. Nun bessert sich das Umfeld: Der Maschinenbau-Verband VDMA rechnet für die Branche dieses Jahr mit einem leichten Umsatzplus.

Die Anteilseigner haben seitdem keine Dividende bekommen. "Es ist noch ein weiter Weg, bis wir unseren Aktionären wieder Freude machen", sagte Linzbach. Zunächst müsse das Ergebnis vor Steuern und Zinsen fünf Prozent vom Umsatz erreichen. 2012 lagen die Erlöse bei gut 2,7 Milliarden Euro, diese Marke wird auch 2013 angepeilt. "Wir bauen gezielt unprofitablen Umsatz ab", sagte der Vorstandschef. Pro Mitarbeiter erreichten die Erlöse inzwischen Vorkrisenniveau.

Personalabbau geht weiter – Auch KBA streicht erneut Stellen

Bis Mitte 2014 schrumpft die Belegschaft auf unter 13.500 Mitarbeiter, vor fünf Jahren arbeiteten weltweit noch 20.000 Menschen für den Konzern. Den Stellenabbau hatte noch Linzbachs Vorgänger Bernhard Schreier, der wie Vater und Großvater sein ganzes Berufsleben bei Heideldruck verbrachte, nach anfänglichem Zögern eingeleitet. Der Kahlschlag bei Produktion, Vertrieb, Forschung und Verwaltung kostet zwar viel Geld, zahlt sich aber aus: Der Nachsteuerverlust halbierte sich im ersten Quartal auf 38 Millionen Euro.

Während die Ergebnisse in den Monaten April bis Juni teils besser als erwartet ausfielen, blieben Auftragseingang und Umsatz hinter den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz schrumpfte um drei Prozent auf 504 Millionen Euro. Der Auftragseingang sank um 28 Prozent auf 643 Millionen Euro, da 2012 auf der Messe Drupa viele Aufträge eingesammelt worden waren. Die jüngste Branchenmesse China Print sei positiv verlaufen, hieß es. In Europa, dem nahen Osten und Afrika sowie in Südamerika hielten sich die Druckereien hingegen weiter mit Neuanschaffungen zurück. China ist der größte Absatzmarkt für Heideldruck.

Die Wettbewerber Koenig & Bauer aus Würzburg und Komori aus Japan kämpfen ebenfalls mit Verlusten, da gedruckte Werbung ins Internet abwandert. KBA mit zuletzt noch gut 6100 Beschäftigten will weitere Stellen streichen. Nach Jahrzehnten erbitterter Konkurrenz warb Heideldruck-Chef Linzbach für eine stärkere Zusammenarbeit in der Branche: "Wir klauen uns seit 125 Jahren gegenseitig die Zwetschgen vom Kuchen", beklagte er.

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