Gewinneinbruch bei ArcelorMittal – Aktie steigt trotzdem

Gewinneinbruch bei ArcelorMittal – Aktie steigt trotzdem

Das Europageschäft hat den weltgrößten Stahlhersteller ArcelorMittal in den vergangenen Monaten schwer belastet und verdüstert die Geschäftsaussichten des ThyssenKrupp-Konkurrenten.

"Europa bleibt unsere größte Sorge", erklärte Konzernchef Lakshmi Mittal. Das operative Ergebnis brach im zweiten Quartal um fast 30 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar ein. Der Stahlriese stampfte seine Prognose für die Nachfrage in Europa für dieses Jahr daraufhin weiter ein und rechnet nun mit einem Rückgang zwischen drei und fünf Prozent.

Weltweit leiden Stahlproduzenten unter der sinkenden Nachfrage in Europa und Japan sowie dem abflauenden Boom in China. Einziger Lichtblick ist die Belebung des US-Geschäfts. Weltmarktführer ArcelorMittal ist besonders der Rezession in den südeuropäischen Ländern und der Flaute am Bausektor ausgesetzt. Die deutschen Hersteller ThyssenKrupp und Salzgitter konnten lange Zeit von der vergleichsweise hohen Nachfrage des Maschinenbaus und der Automobilindustrie profitieren. Weitere Geschäftsfelder machen sie zudem weniger konjunkturabhängig. Doch mittlerweile schrillen auch bei ihnen die Alarmglocken. Ende Juni senkte Salzgitter die Prognose für seine Stahlsparte. Bei ThyssenKrupp befeuerte die Flaute zuletzt Spekulationen, Konzernchef Heinrich Hiesinger könnte sich vom gesamten Stahlgeschäft trennen.

Hartes Umfeld

Das Marktumfeld in der ersten Jahreshälfte sei wegen der europäischen Schuldenkrise noch schwieriger als erwartet gewesen, räumte Mittal ein. Der Umsatz ging im zweiten Quartal um rund elf Prozent auf 22,48 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn aus einem Geschäftsverkauf in den USA von 339 Millionen Dollar habe im abgelaufenen Quartal noch für ein überraschend hohes Ergebnis gesorgt. Damit konnte der Konzern auch seine Nettoschulden reduzieren. Verkäufe sollen dazu beitragen, die Schulden von 22 Milliarden Dollar - die Ende Juni in den Büchern standen - in diese Jahr weiter abzubauen. Einen ersten Vollzug meldete ArcelorMittal bereits: Der Anteil von 48,1 Prozent am Hochofenbauer Paul Wurth gehe für 300 Millionen Euro an den deutschen Anlagenbauer SMS.

Die Aktien des Stahlriesen zogen am Mittwoch an. Es gebe keine negativen Überraschungen, begründeten Experten den Kursverlauf. Zudem sei die Aktie in der Vergangenheit stark gefallen. Die Stimmung in der Stahlbranche sei derzeit einfach extrem schlecht, sagte Hermann Reith von der BHF Bank.

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