Gesalzene Gewinne für K+S

Gesalzene Gewinne für K+S

Der frostige Jahresstart hat dem Düngemittel- und Salzhersteller K+S Anfang 2013 mehr Geld in die Kassen gespült.

Der DAX-Konzern konnte im ersten Quartal deutlich mehr Auftausalz verkaufen und seinen Betriebsgewinn deshalb um zwölf Prozent auf 278 Millionen Euro ausbauen. Auch im zuletzt schwächeren Düngemittelmittelgeschäft gehe es wieder bergauf, sagte Konzernchef Norbert Steiner am Dienstag bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Kassel. "Wir sind sehr ordentlich in das neue Jahr gestartet."

Sorgen bereitet einigen Aktionären jedoch die Eröffnung einer neuen K+S-Mine in Kanada, die teurer wird als erwartet. "Wir wollen sicher sein, dass der Aufsichtsrat davon überzeugt ist, dass es ein positives Ergebnis bringt", mahnte Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatanleger. Das Unternehmen hatte im April eingeräumt, dass die Erschließung 630 Millionen Euro mehr kosten wird als anfangs kalkuliert. In Betrieb genommen werden kann die Mine voraussichtlich erst im Sommer 2016 statt wie ursprünglich geplant Ende 2015.

"Wir werden das wuppen"

Einige Analysten warnen zudem vor Überkapazitäten auf dem Markt für Kali-Düngemittel, falls zu viele neue Minen eröffnet werden. Einzelne Anbieter wie der US-Konkurrent Mosaic haben ihre Expansionspläne deshalb vorerst auf Eis gelegt. K+S will an der Eröffnung seiner Mine in Kanada dagegen festhalten und sieht "extrem gute Chance, erfolgreich zu sein", wie Steiner betonte. Seine Euphorie sei ungebrochen, sagte der sonst eher zurückhaltende Jurist. "Wir werden das wuppen!"

Aus Sicht von DZ-Bank-Analyst Heinz Müller ist Steiners Strategie richtig. Da die Kali-Werke von K+S in Deutschland in einigen Jahrzehnten ausgebeutet sind, müsse der Konzern sich neue Quellen erschließen. "Der Konzern ist auf die Mine in Kanada angewiesen, wenn er langfristig ein Düngemittelhersteller bleiben will." Das in Kanada geförderte Kali könne K+S künftig an seine Kunden in Südamerika verkaufen - und seine deutschen Minen in der Folge langsamer ausbeuten.

Anders als die großen Hersteller Potash und Uralkali hängt K+S kaum von den großen Abnehmerländern China und Indien ab. Diese haben sich bei der Bestellung von Düngemittel lange zurückgehalten und zuletzt in zähen Verhandlungen mit den großen Herstellern deutliche Rabatte ausgehandelt. Seit dem Abschluss dieser Lieferverträge, die Signalwirkung für die gesamte Branchen haben, sei die Nachfrage deutlich gestiegen, berichtete Steiner. Auch die Preise hätten sich stabilisiert - wenn auch auf einem niedrigeren Niveau.

Streusalz gefragt wie lange nicht

Im laufenden Jahr erwartet K+S einen konstanten Düngemittelabsatz von rund sieben Millionen Tonnen und aufgrund der niedrigeren Preise ein etwas schwächeres Ergebnis in seiner wichtigsten Konzernsparte. Steiner geht jedoch davon aus, dass der Konzern dies durch das brummende Salz-Geschäft mehr als wettmachen kann. Unter dem Strich rechnet der Vorstandsvorsitzende 2013 deshalb weiter mit einem leichten Anstieg von Umsatz und Betriebsgewinn.

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 19 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Hauptverantwortlich dafür war das Salzgeschäft, in dem die Erlöse gegenüber dem außergewöhnlich schwachen Vorjahresquartal um mehr als ein Drittel nach oben schossen. In Europa sei die Nachfrage nach Auftausalz überdurchschnittlich hoch gewesen, sagte Steiner. In den USA und Kanada habe sie sich nach dem extrem milden Winter 2012 normalisiert. Insgesamt kletterte der Festsalzabsatz von K+S um 44 Prozent auf 8,9 Millionen Tonnen.

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