Generali: Dem Löwen wachsen wieder (kleine) Flügel

Generali: Dem Löwen wachsen wieder (kleine) Flügel

Beim italienischen Versicherungskonzern Generali trägt die Radikalkur des neuen Chefs erste Früchte. Mario Greco hatte Generali einen umfassenden Umbau verordnet, um Europas Branchendritten nach der Münchner Allianz und der französischen Axa rentabler zu machen und Kapital freizusetzen.

Diese Strategie zahlte sich im ersten Quartal aus: Die Generali steigerte ihren Nettogewinn um 6,3 Prozent auf 603 Millionen Euro. Zwar leidet Italien als wichtigster Markt unter einer Rezession, doch Deutschland und Österreich stützen das Geschäft. Am Mailänder Aktienmarkt wurde Generali mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent belohnt.

"In diesem Quartal haben wir unser bestes operatives Ergebnis seit vier Jahren erzielt", sagte Generali-Chef Greco. "Wir sind am Anfang unserer Reise und auf bestem Weg, unser Ziel zu erreichen." Der positive Trend des Auftaktquartals setze sich im zweiten Vierteljahr fort, sagte Greco. In den ersten drei Monaten habe Generali allerdings auch geholfen, dass das Geschäft durch keine größeren Katastrophen belastet wurde. Trotzdem hatten Analysten dem Konzern im ersten Quartal einer von Generali initiierten Umfrage zufolge weniger Gewinn zugetraut, nämlich im Schnitt 528 Millionen Euro.

Günstigere Marktbedingungen und der Verkauf von Anteilen an der Vermögensverwaltung Banca Generali trugen zur Verbesserung des Kapitalpolsters bei. Die Eigenkapitalquote stieg bis Ende April auf 145 Prozent. Unterdessen treibt Greco den milliardenschweren Verkauf von Randgeschäften weiter voran. So will der seit August vergangenen Jahres amtierende Konzernchef unter anderem auch die Schweizer Privatbank BSI und das Rückversicherungs-Geschäft in den USA verkaufen. Zum Stand der geplanten Veräußerungen sagte Greco am Freitag lediglich, sie befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Nach Vorlage der Zahlen sage Enrico Esposti, Analyst bei der Brokerage-Firma ICBPI, die Ergebnisse seien gut. Generali habe von einem ordentlichen Geschäft außerhalb der Lebensversicherungssparte profitiert. Auch sei dem Konzern zugute gekommen, dass er sich im Lebensversicherungsgeschäft renditestärkeren Produkten zugewandt habe. "Wir konzentrieren uns auf Qualität, nicht auf Quantität", sagte Generali-Chef Greco.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge