Fußball-WM in Brasilien treibt Adidas-CEO Hainer Dollar-Zeichen in die Augen

Fußball-WM in Brasilien treibt Adidas-CEO Hainer Dollar-Zeichen in die Augen

Das Turnier in Brasilien werde den Umsatz mit Fußballartikeln 2014 auf ein Rekordhoch von zwei Milliarden Euro treiben, sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer am Dienstag in Herzogenaurach. "Keine andere Marke und kein anderes Unternehmen ist bisher in die Nähe dieser Zahl gekommen."

WM-Sponsor Adidas hatte im vergangenen Jahr gut 1,7 Milliarden Euro mit Fußbällen, Trikots und Schuhen erlöst und erwartet Hainer zufolge im laufenden Jahr Umsätze in gleicher Höhe. Damit ist Fußball einer der wichtigsten Umsatzbringer im Konzern, der zuletzt insgesamt 14,9 Milliarden Euro erlöste. Der US-Hersteller Nike lag im Fußballgeschäft zuletzt etwas hinter Adidas. Zusammen teilen die beiden Konkurrenten nach unterschiedlichen Schätzungen von Marktforschern und Unternehmen um die 80 Prozent des Weltmarkts unter sich auf.

Die Deutschen sind Sponsor, Ausrüster und Lizenznehmer der WM 2014 und des derzeit als Probeturnier in Brasilien vorausgehenden Confederations Cup. Nike rüstet dagegen den Gastgeber und fünffachen Weltmeister aus. "Adidas hat die Tradition auf seiner Seite, aber Nike macht zunehmend Fortschritte", sagte Branchenexperte Peter Rohlmann vom Beratungsunternehmen PR Marketing zu Reuters. Adidas stattet beim Confederations Cup zudem vier der acht Mannschaften aus. Bei der WM dürfte es ebenfalls eine ganze Reihe werden - so haben die Herzogenauracher unter anderen Deutschland, Argentinien und Spanien unter Vertrag.

In Lateinamerika erwartet Adidas für seine gleichnamige Hauptmarke in den kommenden Jahren "solide zweistellige Umsatzsteigerungen", wie Hainer sagte. In den vergangenen zehn Jahren sei Lateinamerika für die Firmengruppe die am schnellsten wachsende Region gewesen. Der Kontinent trug zuletzt mit knapp 1,5 Milliarden Euro rund zehn Prozent zum Konzernumsatz bei. "Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft ist die perfekte Bühne, um unser Unternehmen, unsere Marken und unsere Produkte zu präsentieren", sagte Hainer.

Proteste machen Adidas keine Sorgen

Die Proteste im Fußball-WM-Gastgeberland Brasilien machen Hainer nach eigenen Angaben keine Sorgen. "Sobald die Weltmeisterschaft beginnt, werden die Menschen an Fußball denken", sagte der Adidas-Chef. Er verwies auf die WM in Deutschland im Jahr 2006, die bundesweit Fußball-Begeisterung und Gemeinschaftsgefühl ausgelöst habe. "Das war ein großer Schub für das ganze Land", sagte Hainer. "Ich bin sicher, das wird in Brasilien genauso sein."

In Brasilien demonstrierten zu Wochenbeginn rund 200.000 Menschen in mehreren Städten gegen Korruption, Polizeigewalt und schlecht arbeitende Verwaltungen. Es waren die größten Proteste seit 20 Jahren in dem Land.

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