Für Warren Buffett geht die Goldman-Wette voll auf

Für Warren Buffett geht die Goldman-Wette voll auf

Berkshire Hathaway, die Investmentholding von Warren Buffett, dürfte einen mehr als zwei Milliarden Dollar Aktienanteil an der Goldman Sachs Group durch Optionsrechte erhalten, die sie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 erstanden hatte.

Berkshire wird etwa 13,2 Millionen Aktien an der in New York ansässigen Goldman Sachs erhalten, geht aus einer Vereinbarung hervor, die zur Berechnung von Buffetts Anteil den durchschnittlichen Schlusskurs von zehn Handelstagen nutzt. Die Anzahl an Aktien ist eine Schätzung auf der Basis der neun Handelstage bis zum 27. September und kann sich abhängig von den heutigen Kursschwankungen ändern. Die Aktie der Bank schloss vergangene Woche bei 159,85 Dollar.

Goldman Sachs hatte sich 2008 an Berkshire gewandt, um das Kapital zu stärken und das Marktvertrauen zu schützen, als die Aktien nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers Holdings abgesackt waren. Buffett, der Vorsitzende und Vorstandsvorsitzende von Berkshire, hat 5 Mrd. Dollar in Vorzugsaktien investiert und erhielt Optionen mit Recht zum Kauf von weiteren Aktien im Volumen von 5 Mrd. Dollar zu 115 Dollar je Aktie.

"Buffett hat seine Position als weißer Ritter und seinen Ruf genutzt, ein Institut während einer Krisenzeit zu stützen", sagte Richard Cook, Mitgründer von Cook & Bynum Capital Management. "Goldman Sachs steht dadurch mit ziemlicher Gewissheit besser da, auch wenn es recht teuer war. Und ghanz sicher stehen die Berkshire-Aktionäre besser da."

Der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs, Lloyd C. Blankfein, hat den Vorzugsanteil 2011 mit einer Prämie von 10 Prozent abgelöst. Buffett hat im März zugestimmt, die Optionsscheine über eine bargeldlose Transaktion auszuüben, in der er auf die Chance verzichtete, 5 Mrd. Dollar in Aktien zu unter den Marktpreisen liegenden Kursen zu investieren. Stattdessen erhielt er Aktien in Höhe seiner Gewinne auf dem Papier.

Durch die revidierte Vereinbarung wurde die Verwässerung für Goldman-Sachs-Aktionäre reduziert und Buffett konnte profitieren, ohne weiteres Kapital einzusetzen. Damit kann sich Berkshire auf seine wichtigsten Positionen konzentrieren, darunter Wells Fargo & Co. und Coca-Cola.

Mit dem Investment in Goldman Sachs habe er darauf gesetzt, dass US-Notenbankchef Ben S. Bernanke und der damalige Finanzminister Henry Paulson alles Notwendige tun werden, um die Wirtschaft zu stabilisieren, sagte Buffett gegenüber dem Untersuchungsausschuss zur Finanzkrise. "Es war in erster Linie eine Wette darauf, dass die Regierung sich nicht aus der Verantwortung stehlen wird", sagte er in einem 2011 veröffentlichten Interview. "Ich hatte die grundlegende Entscheidung getroffen, dass wir mit Bernanke und Paulson die richtigen Leute hatten, sowie einen Präsidenten, der sie unterstützen wird."

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