Fresenius mischt nun auch bei den Krankenversicherungen mit

Fresenius mischt nun auch bei den Krankenversicherungen mit

Der Gesundheitskonzern Fresenius wagt einen Vorstoß ins Versicherungsgeschäft. Die Krankenhaustochter Helios werde ab sofort gemeinsam mit dem Versicherer Debeka betriebliche Krankenzusatzversicherungen anbieten, kündigte Helios-Chef Franceso De Meo am Mittwoch in Berlin an.

Das Angebot richte sich an alle deutschen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine bessere medizinische Versorgung bieten wollten. Deren Beschäftigte könnten dann bei einem Krankenhausaufenthalt in einer der mehr als 50 Helios-Kliniken Leistungen wie Privatversicherte in Anspruch nehmen.

Im Rahmen des Angebots will Helios auch mit dem Konkurrenten Rhön-Klinikum zusammenarbeiten. "Auch Kliniken von Rhön kommen als Partner in Betracht", sagte de Meo. Er gehe davon aus, dass die Gespräche mit Rhön in Kürze zu einem guten Abschluss kämen. Nach der geplatzten Übernahme der Franken 2012 nutze man nun Möglichkeiten zur Kooperation. Im vergangenen Jahr war die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Rhön durch Fresenius gescheitert, weil der Konkurrent Asklepios in letzter Minute bei den Franken eingestiegen war.

Fresenius hat grundsätzlich weiter Interesse an einer Übernahme von Rhön, allerdings stehen die Chancen dafür angesichts der Aktionärsstruktur bei Rhön schlecht. Helios-Chef De Meo wollte sich zu den Chancen für einen neuen Anlauf bei Rhön nicht äußern. "Das ist jetzt alles Kaffeesatzleserei", sagte er zu Reuters. Für Fresenius gelte: "Wir beobachten und warten ab."

Der Plan, eine private Zusatzversicherung für gesetzlich krankenversicherte Patienten einzuführen, war ein Hauptgrund dafür, dass Rhön-Gründer Eugen Münch die Firma mit Helios zusammenführen wollte. Nun stößt Helios das Projekt aus eigener Kraft an - ist jedoch für Kooperationen mit Rhön und anderen Klinikbetreibern offen. Das Uniklinikum Dresden habe seine Mitarbeit bereits zugesagt, erklärte de Meo.

Flaute am Klinikmarkt

Die Helios-Plus-Card, wie sich das neue Modell nennt, soll Kunden diverse Zusatzleistungen bieten - beispielsweise das Recht auf Ein- oder Zweitbettzimmer sowie die Behandlung durch einen Chefarzt oder einen anderen Mediziner nach Wahl. Auch Vorsorgeleistungen gehören zu dem Angebot, das Helios intern für seine Mitarbeiter bereits 2008 eingeführt hat.

Nach Angaben von De Meo würden auch andere Unternehmen gerne mehr Geld für betriebliches Gesundheitsmanagement ausgeben, fänden aber kaum Partner oder passende Angebote. Mit einer Kranken-Zusatzversicherung könnten Unternehmen Mitarbeiter anlocken und stärker an sich binden. Laut Debeka-Experte Paul Stein sind vier Tarife zwischen 4,91 und 75 Euro pro Monat vorgesehen. Für die Versicherten selbst entstünden keine Zusatzkosten. Sie sollen auch ohne die in der privaten Versicherung übliche Gesundheitsforschung aufgenommen werden.

Helios bemüht sich um die Übernahme einiger kommunaler Kliniken. "Wir haben derzeit ein paar Verfahren, die laufen", sagte de Meo. Vor der Bundestagswahl halten sich viele Kommunen aber mit Verkäufen zurück, weil Klinikprivatisierungen in weiten Teilen der Bevölkerung unpopulär sind. Helios werde in diesem Jahr deshalb vermutlich weniger als 150 Millionen Euro Umsatz zukaufen, wie es der Konzern pro Jahr anpeilt. Im nächsten Jahr sei dafür dann mehr drin, sagte de Meo.

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