Fraport-Chef Stefan Schulte sieht bei europäischen Airlines lange Durststrecke

Fraport-Chef Stefan Schulte sieht bei europäischen Airlines lange Durststrecke

Der Chef des Frankfurter Flughafens erwartet für die nächsten Jahre keinen Aufwind für die krisengeplagten europäischen Fluggesellschaften. "Die Airlines in Europa befinden sich in einer Konsolidierungsphase", sagte Stefan Schulte, Chef des Flughafenbetreibers Fraport, am Mittwoch. Aufgrund der Wirtschaftsmisere in vielen Ländern des Kontinents strichen die Fluglinien Verbindungen, um das Angebot zu verknappen. "Wir schätzen es so ein, dass diese Phase bis zu zwei oder drei Jahre dauern könnte."

Erfreulich aus Sicht von Fraport sei, dass die Gesellschaften ihr Angebot in erster Linie an Regionalflughäfen verringerten. Airports wie Frankfurt, an denen viele Langstreckenflüge abheben, seien von der Entwicklung weit weniger betroffen.

Deshalb dürften die Passagierzahlen 2013 auf dem Vorjahresniveau von 58 Millionen stagnieren. "Im Vergleich zu anderen Flughäfen ist das sehr positiv", unterstrich der Manager des MDax-Unternehmens. Kommendes Jahr dürfte die Zahl der Reisenden am drittgrößten Flughafen Europas wieder verhalten steigen. "Mittelfristig wird der Luftverkehr auch in Europa wieder wachsen", sagte Schulte. Größte Airline in Frankfurt ist die Lufthansa.

Die Pläne für den Flughafenausbau hat Schulte bereits an die Nachfragedelle angepasst. Der dritte Terminal geht erst 2020 und damit drei Jahre später als bislang geplant in Betreib. Die Bagger für den 1,2 Milliarden Euro teuren Neubau rollen 2015 an. Das Abfertigungsgebäude entsteht im Süden des Flughafens - bislang war dort eine Basis der US-Luftwaffe. Schulte rechnet anders als beim Bau der vierten Landebahn nicht mit einer großen Protestwelle. "Ein neuer Terminal sorgt nicht für neue Flugbewegung."

Die Expansion des Flughafens ist in Frankfurt und Umgebung wegen der hohen Lärmbelastung für die Anrainer ein Politikum. Seit Eröffnung der neuesten Landebahn im Oktober 2011 nahmen die Proteste noch zu - daran ändert auch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts über ein Verbot von Flügen in der Nacht nicht viel. Anwohner fürchten eine stetige Zunahme des Fluglärms, wenn der Flughafen wie geplant eines Tages 88 Millionen Passagiere im Jahr abfertigt.

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